Urheberrecht

Fotograf erhält € 8.350,00 Schadensersatz

Nach der Veröffentlichung mehrerer Fotos ohne Nutzungsberechtigung hat das LG Düsseldorf dem Fotografen einen Schadensersatz in Höhe von 8350 € zugesprochen. Für die Berechnung des Schadensersatzes kann nach Ansicht des Landgerichts die MFM-Honorartabelle herangezogen werden.

Der Kläger, ein Berufsfotograf, hat im Rahmen eines Auftrags Fotoaufnahmen eines Stadionmodells angefertigt. Die Beklagte, eine Baugesellschaft, nutzte fünf dieser Fotoaufnahmen zu Werbezwecken auf ihrer Homepage.

Nachdem der Fotograf Kenntnis von der Nutzung erlangt hatte, ließ er die Baugesellschaft zunächst anwaltlich abmahnen. Daraufhin wurde zwar eine Unterlassungserklärung abgegeben, der geforderte Schadensersatz jedoch nicht gezahlt. Der Fotograf reichte deshalb eine Klage ein.

Keine Übertragung der Rechte durch Dritten

In der Veröffentlichung der Fotoaufnahmen durch die Beklagte wurde der Kläger in seinen Rechten verletzt. Das LG Düsseldorf sah darin eine Verletzung des § 19a UrhG, wodurch das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung geschützt wird.

Die Beklagte verteidigte sich gegen die Forderung des Fotografen, indem sie erklärte, dass sie die Bilder vom Stadionbetreiber erhalten hat, der nach eigenen Aussagen über die erforderlichen Nutzungsrechte verfügte.

Sollen Fotos eines anderen genutzt werden, muss der Nutzer also zunächst die Rechtekette kontrollieren und ggf. nachweisen, dass er dieser Pflicht i.S.d. § 97 Abs. 2 Satz 1 UrhGnachgekommen ist. Diese Pflicht trifft demnach insbesondere die Nutzer, die ihre Rechte für die Nutzung von Fotos von deinem Dritten ableiten. Die bloße Behauptung des Dritten, er verfüge über die entsprechenden Rechte ist nicht ausreichend. Die Baugesellschaft konnte somit nicht ohne weiteres davon ausgehen, dass die Aussage des Stadionbetreibers zutreffend war.

Schadenshöhe kann im Wege einer Lizenzanalogie ermittelt werden

Aufgrund der Qualität der Bilder, hielt das Gericht die Anwendung der MFM-Honorartabelle (Bildhonorarempfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing) für gerechtfertigt. Die Schadenshöhe konnte also im Wege einer Lizenzanalogie, nach der Tarifübersicht für Bildhonorare 2008 ermittelt werden.

Dem Fotografen wurde daher Schadensersatz in Höhe von 8350,00 € und zusätzlich die Anwaltskosten in Höhe von 1141,90 €. (AnH)

 

Zu den Urheberrechten eines Fotografen könnte Sie auch folgendes Video unserer Kanzlei, über einen durchaus kuriosen Fall, interessieren:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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