Urheberrecht

FAZ erhält Entschädigung für die Verwendung von Buch-Rezensionen

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und die Thalia Bücher GmbH als Betreiberin des Online-Portals Buch.de haben sich in einem Rechtsstreit um die Verwendung von Buchrezensionen auf einen Vergleich verständigt. Thalia zahlt pro Rezension eine fiktive Lizenzgebühr in Höhe von 380 Euro.

FAZ erhält Entschädigung für die Verwendung von Buch-Rezensionen © fotodo – Fotolia.com

Urheberrechtsschutz von Buch-Rezensionen

Thalia hatte auf der Internetseite buch.de in vielen Fällen Buch-Rezensionen der FAZ zu Werbezwecken verwendet. Die FAZ hatte die Verwendung der gewählten Ausschnitte der Rezensionen im Vorfeld nicht legitimiert. Der Zeitungsverlag hat die Verwendung der Buchbesprechungen als Urheberrechtsverletzung eingestuft und Thalia letztlich gerichtlich auf Unterlassung in Anspruch genommen. Zuvor hatte die FAZ noch erfolglos versucht eine außergerichtliche Einigung mit Thalia zu erzielen.

Andere Unternehmen zahlen Lizenzen

Anders als mit Thalia, konnte sich die FAZ in der Vergangenheit mit zahlreichen Verlagen und Online-Buchhändlern auf Lizenzabsprachen zur Nutzung von Buch-Rezensionen einigen. Unter anderem der Hanser Verlag oder das Online-Portal buecher.de zahlen seit längerer Zeit Lizenzgebühren für die Verwendung von Buchbesprechungen.

Gericht wirkt auf Verfahrensbeteiligte ein

Das Verfahren zwischen der FAZ und Thalia wurde nun in einem Vergleich beendet. Das zuständige Landgericht München hatte im Vorfeld einen solchen Vergleich angeraten. Thalia hat in einem ersten Schritt eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Darüber hinaus hat sich der Betreiber des Online-Portals Buch.de zu einer Schadensersatzzahlung verpflichtet. Thalia zahlt nun eine nachträgliche Lizenzgebühr in Höhe von 380 Euro pro verwendete Rezension.

Lizenzfreie Verwendung bis 25 Wörter

Die FAZ macht auch klar, dass die lizenzfreie Verwendung von Buchrezensionen bis zu einer Länger von 25 Wörtern zulässig ist. Ausschnitte, die länger sind, dürfen jedoch aufgrund bestehender Urheberrechte nicht ohne Einwilligung des Rechteinhabers genutzt werden. Burkhard Petzold, Geschäftsführer der FAZ, sagte nach dem Urteil: „Wir sind froh, dass wir in diesem Verfahren trotz aller Widerstände einen langen Atem bewiesen haben. Nach dem Vergleich ist klar, dass auch Rezensionsauszüge der ‚FAZ‘ urheberrechtlich schutzfähig sind. Sie dürfen nicht ohne Erwerb einer entsprechenden Lizenz zu Werbezwecken genutzt werden. Die Summe von durchschnittlich 380 Euro pro Rezensionsauszug halten wir für einen guten Richtwert.“.

Fazit

Auch Buch-Rezensionen sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne Erlaubnis nicht zu Werbezwecken genutzt werden. Möglich ist die Verwendung nur dann, wenn die Wiedergabe einer von Dritten veröffentlichten Rezension ein selbstständiges Werk mit entsprechend origineller Formulierung ist. (NH)

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Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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