Urheberrecht

EU-Fernsehrichtline: Schleichwerbung bleibt grundsäzlich verboten

Die EU-Kulturminister haben gesten anlässlich eines Ratstreffens in Brüssel beschlossen, Schleichwerbung im Fernsehen weiterhin grundsätzlich zu verbieten. Ausnahmen für die Platzierung von Produkten in Filmen, TV-Serien, Sportsendungen und leichter Unterhaltung sollen aber erlaubt bleiben.

Die EU-Kommission hatte ursprünglich vorgeschlagen, das so genannte Product Placement prinzipiell zuzulassen. Gemäß dem jetzt gefundenen Kompromiss wird es dem deutschen Kulturstaatsminister Bernd Neumann zufolge beispielsweise Autoherstellern auch künftig erlaubt sein, einem Fernsehkommissar ein Fahrzeug zur Verfügung zu stellen. Diese so genannte Produktbeistellung sei minimal: «Das ist hilfreich, aber davon wird es nach Lage der Dinge in Deutschland nicht abhängen, ob ein Film produziert wird oder nicht», sagte Neumann.

Der Vorschlag der EU-Kommission hatte im Vorlfeld teils heftige Kritik von Verbraucherschutzverbänden ausgelöst. Bevor die EU-Fernsehrichtlinie tatächlich beschlossen wird, muss noch das EU-Parlament zustimmen. Damit ist frühestens im ersten Halbjahr 2007 zu rechnen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)