Urheberrecht

ESC: „Glorious“ laut NDR-Gutachten kein Plagiat

Die Band Cascada darf für Deutschland zum Eurovision Song Contest nach Malmö fahren: Ein vom NDR in Auftrag gegebenes Gutachten hat nun alle Plagiats-Vorwürfe entkräftet.

Nachdem Cascada den Vorentscheid des ESC gewonnen hatte, mehrten sich die Stimmen, dass es sich bei dem Song „Glorious“ um ein Plagiat des letztjährigen Gewinnersongs „Europhoria“ von Loreen handele. Der NDR gab daraufhin bei dem Musikgutachter und Sachverständigen Matthias Pogoda in Auftrag.

Keine urheberrechtlich bedeutsamen Übereinstimmungen

Dieser kam nun zu dem Fazit: „Es lässt sich zusammenfassen, dass „Glorious“ und „Euphoria“ keine urheberrechtlich bedeutsamen Übereinstimmungen aufweisen. Sie sind lediglich stilistisch ähnlich und zeigen nur im Arrangement eine oberflächliche Berührung ohne urheberrechtlichen Belang“, so die Pogoda laut der Meldung des NDR.

Zu demselben Ergebnis ist auch Rechtsanwalt Christian Solmecke der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE zuvor gekommen, der trotz einiger Ähnlichkeiten von  „Glorious“ zu „Europhia“ den Song weit von einem Plagiat entfernt gesehen hat: “Beide Stücke weisen typische Elemente eines Dance Songs auf. Intro, Refrain und Überleitungen sind ähnlich aufgebaut. Die Harmonien und die Texte der Songs sind jedoch so weit voneinander entfernt, dass keinesfalls von einer illegalen Kopie zu sprechen sein dürfte.“

Der Gutachter Pogoda hatte für sein Gutachten die „Vokale Melodik“ und das „Arrangement“ beider Songs, also die Strophen, Refrains, Strophenbegleitfiguren und „Refrainbegleitfiguren“ untersucht und „keine auffälligen Ähnlichkeiten“ im Notenbild gefunden, so die Meldung des NDR weiter. Vielmehr kam er zu dem Ergebnis, dass beide Songs „mit ähnlichen und stiltypischen Mitteln arrangiert“ und „neben handelsüblichen Sounds und Beats (…) ähnliche Keyboardbegleitfiguren“ verwenden würden.

Laut NDR kam der Gutachter in seiner Bewertung zu folgendem Ergebnis: „Für einen begründeten Plagiatsvorwurf wesentlich ist m. W. der Melodieschutz. Das Melodiewerk beider Musiken ist deutlich verschieden. (…) Für einen begründeten Plagiatsvorwurf müssten m. E. detaillierte Übereinstimmungen einer längeren Begleitpassage vorliegen und weitere Arrangementbestandteile passgenau übereinstimmen. Dies ist hier nicht der Fall.“
 
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Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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