Urheberrecht

EFI: Urheberrecht muss innovationsfreundlicher werden

Momentan gibt es viele Diskussion über eine Urheberrechtsreform. Jetzt hat die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) ihren aktuellen Jahresbericht vorgelegt. 

Eines der wichtigsten Erkenntnisse der Experten: Das bestehende Urheberrecht ist zu wenig innovationsorientiert, so die Meldung der EFI.

©-cirquedesprit-Fotolia

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Nutzerinhalte nicht berücksichtigt

Zur Zeit werde die wachsende wirtschaftliche Bedeutung nutzergenerierter Inhalte nicht ausreichend berücksichtigt. Um dieses innovative Potenzial zu nutzen, sollte die kreative Umgestaltung von Werken unter bestimmten Bedingungen zulässig sein. Die komplexen Bestimmungen des Urheberrechts müssten vereinfacht und für die Nutzer transparenter gemacht werden, so die Meldung weiter.

Keine strikt getrennten Rollen mehr

Nutzergenerierte Inhalte seien heutzutage von immer größerer wirtschaftlicher Bedeutung, laut Untersuchungen entstehe ein Großteil des Marktwertes von Online-Unternehmen durch Beiträge der Nutzer. Das bestehende Urheberrecht beruhe dagegen noch immer auf der Annahme, dass es strikt getrennte Rollen von „klassischen“ Anbietern wie Verlagen einerseits und passiven Nutzern andererseits gebe, so die Meldung weiter.

Größere Freiräume für kreative Nutzer

Aus volkswirtschaftlicher Sicht können weitreichende Schutzrechte nachteilig sein, wenn sie kreative Nutzer einschränken und somit die Schaffung neuer Werke durch Nutzer verhindern, so die Ansicht der Expertenkommission. Daher empfehle man, kreativen Nutzern größere Freiräume zu geben. Umgestaltungen von Werken sollten erlaubt sein, sofern sie nicht kommerziell sind und einen ausreichenden inneren Abstand zum Original wahren.

Die momentan bestehenden Regelungen im Urheberrecht sind nach Ansicht der Expertenkommission zu komplex gehalten, zudem würde ein Großteil der Internetnutzer nicht wissen, welche Angebote im Internet legal und welche illegal seien, so die Meldung weiter. „Ein übermäßig komplexes Urheberrecht könnte sich also seine eigene Piraterie schaffen“, warnt die Expertenkommission.

Wissenschaftsschranke

Die Einführung einer „allgemeinen Wissenschaftsschranke“ könnte den Zugang zu Wissen erleichtern. Eine praxistaugliche Neuregelung würde Wissenschaftlern und Studierenden unter anderem den digitalen Zugang zu Forschungsergebnissen in Zeitschriften und anderen Medien erleichtern, so die Meldung weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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