Urheberrecht

Eckpunktepapier: Karola Wille gegen Lizenzmodell

Die bisherigen Vereinbarungen zwischen der Produzentenallianz und der ARD laufen Ende des Jahres aus. Doch das sogenannte Lizenzmodell lässt die Verhandlungen stocken.

Wenn es nach dem Willen der Produzentenallianz geht, soll das Lizenzmodell fester Bestandteil des Eckpunktepapiers sein. Doch ARD-Verhandlungsführerin und Filmintendantin Karola Wille betonte gegenüber dem Branchenmagazin Blickpunkt Film: „Für die ARD kommt das Lizenzmodell nicht in Frage.“

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Die Produzentenallianz will künftig bei vollfinanzierten Auftragsproduktionen nicht mehr alle Verwertungsrechte im Rahmen eines Buy-Outs abgeben, so die Meldung von Blickpunkt Film weiter. Wille sagte dazu: „Bei einer vollfinanzierten Auftragsproduktion – und da sind wir auch in der Pflicht, dass sie tatsächlich voll finanziert ist – ist es sachadäquat, dass dem Sender alle Rechte gehören.“

Allerdings sei die bisherige Praxis der Rechteverwertung wie etwa der Auslandsvertrieb, bei dem die Produzenten an den Erlösen beteiligt werden, nicht besonders effektiv, räumte Wille laut Blickpunkt Film ein.

Im November 2014 hatten sich die Produzentenallianz und die ARD auf eine Verlängerung der im Jahre 2009 beschlossenen Eckpunkte bis zum 31.12.2015 geeinigt. Man wolle die Zeit nutzen, um ein qualitativ verbessertes Geschäftsmodell zu erreichen, so die Produzentenallianz damals.

Karola Wille, Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks, sagte im November 2014, dass man das mittlerweile fünf Jahre alte Eckpunktepapier an den veränderten Markt anpassen und weiterentwickeln müsse. So sagte Wille: „Dazu gehören die konsequente Anwendung der bereits gültigen Vereinbarung, aber auch Fragen nach den Finanzierungsmodellen. Und schließlich müssen wir die Einbeziehung von teilfinanzierten Auftragsproduktionen oder Fragen der Entwicklungskosten gemeinsam klären. Die Verlängerung der bestehenden Übereinkunft gibt uns die notwendige Zeit dafür.“ (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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