Urheberrecht

Dienstaufsichtsbeschwerde im Stuttgarter Verfahren um „Das Boot“

 

Vor einigen Monaten hat das LG München dem Kameramann Jost Vacano im Urheberrechtsstreit um den Kultfilm „Das Boot“ erhebliche Nachzahlungen zugesprochen. Jetzt hat Vacano Dienstaufsichtsbeschwerde gegen das Stuttgarter Verfahren eingereicht.

Geklagt hatte der Kameramann Jost Vacano, da er für seine Arbeit an dem Kultfilm „Das Boot“ damals lediglich eine Honorarpauschale von 180.000 DM erhalten hatte. Andere Crewmitglieder sind jedoch an den Gewinnen beteiligt worden. Das „Das Boot“ war ein überwältigender Erfolg und wurde für sechs Oscars nominiert, darunter auch gab es auch eine Nominierung für die Beste Kamera.

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„Das Boot“-Kameramann legt Dienstaufsichtsbeschwerde ein © Maria.P.-Fotolia

Im Verfahren gegen die Bavaria Film, WDR und EuroVideo hat das Landgericht München I ihm nachträgliche Vergütungen von rund 475.000 EUR zugesprochen.

Dienstaufsichtsbeschwerde eingelegt

Der Berufsverband Kinematografie hat nun Vacano davon überzeugt, Dienstaufsichtsbeschwerde wegen des Verlaufs des Stuttgarter Verfahrens um „Das Boot“ einzureichen. Vacano hatte in mehreren Vorstandssitzungen von dem Verlauf des Verfahrens berichtet. Daraufhin habe man darauf gedrungen, formelle Schritte wegen der Verschleppung des Verfahrens einzuleiten, heißt es in der Pressemitteilung des Verbandes.

Keine Entscheidung im Stuttgarter Verfahren

Seit sechs Jahren befasse sich eine Kammer des Landgerichts Stuttgart mit Vacanos Zahlungsklage gegen die ARD-Anstalten (ausser dem WDR, der im Münchner Parallelverfahren gegen Bavaria Film und die EuroVideo mitbeklagt ist). Bislang sei das Gericht in dem Zahlungsklageverfahren trotz sechs Verhandlungsterminen nicht weitergekommen. Vielmehr erörtere man nach wie vor Fragestellungen, die nach Ansicht des Klägers schon lange geklärt sein sollten bzw. sind, so die Meldung weiter. Das Oberlandesgericht Stuttgart habe das Landgericht bzw. dessen Prozessführung bereits in einem Beschluss aus Januar 2012 gerügt und einen Aussetzungsbeschluss wieder aufgehoben.

Wichtiges urheberrechtliches Verfahren

Man beobachte die Vorgänge intensiv, da es sich dabei um wichtiges urheberrechtliches Verfahren handele, so der Berufsverband Kinematografie. Der Geschäftsführer des BVK, Dr. Michael Neubauer, betonte, dass wenn es zu einem Urteil komme, man davon ausgehen müsse, dass es wieder durch alle Instanzen gehe. Dies werde weitere Jahre dauern, so die Befürchtung.

Neben der nun eingereichten Dienstaufsichtsbeschwerde beim Präsidium des Landgerichts Stuttgart werde ebenfalls eine Verzögerungsklage gegen das Land Baden-Württemberg erwogen. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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