Medienrecht

„Der Vorleser“-Autor Schlink verklagt Filmstudios

Auch wenn die Kritiken zu Stephen Daldrys Verfilmung des Romans von Bernhard Schlink „Der Vorleser“ durchwachsen waren, war der Film mit 2,2 Millionen Zuschauern – allein in Deutschland – ein Erfolg an den Kinokassen. 2009 wurde Kate Winslet für ihre Rolle als ehemalige KZ-Aufseherin sogar mit dem Oscar als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Nun haben Autor Bernhard Schlink und der Diogenes Verlag die Weinstein Company Filmstudios wegen Vertragsbruchs und arglistiger Täuschung verklagt. Einnahmen und Ausgaben der Verfilmung seien nicht ordnungsgemäß abgerechnet worden, so der Vorwurf nach Angaben des Branchendiensts „Blickpunkt Film“, der sich auf US-Presseberichte beruft.

Die für den Verlag und Autor vertraglich vereinbarte Beteiligung von 2,5% bis 5% an den Erträgen aus Kino-, TV- und Home-Entertainment-Auswertung sei nie erfolgt, nur eine Abrechnung sei vorgelegt worden, in der aber keine Gewinne ausgewiesen worden seien, so der Bericht weiter.

Die Weinstein Company habe die Kosten für Produktion, Marketing, PR und Herstellung der Filmkopien zu hoch veranschlagt, so der Vorwurf von Schlink und dem Diogenes Verlag. Der daraus entstandene Schaden belaufe sich nach Ansicht der Kläger auf mindestens eine Million Dollar, so die Angaben von „Blickpunkt Film“. Weltweit spielte „Der Vorleser“ rund 110 Millionen Dollar ein.

 

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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