Urheberrecht

Creative- Commons- Werke werden aus Druckdienst Flickr- „Wall- Art“ entfernt

Mit Flickrs „Wall Art“-Dienst kann man Fotos auf Papier oder Leinwand, so wie Fotobücher drucken. Möglich war dies bislang unter Verwendung eigener, wie auch Creative- Commons- Werken. Diese Praxis führte nun zu Unmut und wurde eingestellt.

 

 Creative- Commons- Werke werden aus Druckdienst Flickr- „Wall- Art“ entfernt©-cirquedesprit-Fotolia

Creative- Commons- Werke werden aus Druckdienst Flickr- „Wall- Art“ entfernt©-cirquedesprit-Fotolia

Vizepräsident Hernandez erklärte in einem Blogspot, dass alle CC (Creative- Commons)- Werke aus dem Dienst entfernt wurden. An diesem Wall- Art- Dienst verdiente Yahoo, beteiligt allerdings nicht die Urheber der Creative- Commons- Bilder.

 

Einige der Urheber waren sehr verärgert und machten ihrem Unmut darüber Luft, dass Flickr die Photographien, die unter einer passenden CC- Lizenz veröffentlicht wurden in seiner „Wall- Art“ nutzte. Rechtlich handelte die Yahoo- Tochter aber korrekt. Die vorgegebene Einstellung „Alle Rechte vorbehalten“ wurde von den Urhebern selbst in eine CC-Lizenz umgewandelt, die auch eine kommerzielle Verwendung zulässt (CC-BY, CC-BY-ND, CC-BY-SA). Diese Kennzeichnung erlaubt jedoch jedem Dritten mit den Bildern Umsatz zu machen, Flickr eingeschlossen.

 

Trotzdem ruderte das Management jetzt zurück, da ihm an einer guten Beziehung zu seinen Nutzern gelegen ist.

„Viele hatten das Gefühl, dass die Einbeziehung von CC-Werken in unseren Dienst (Wall Art) nicht im Geiste der Commons und unserer Teilen-Gemeinschaft war“, meint Hernandez. „Wir werden eng mit Creative Commons zusammenarbeiten und mit Angeboten zurückkommen, die sich besser mit den Werten unserer Gemeinschaft decken“, erklärte der Manager. Sogar die Gebühren für die Ausgelieferten Drucke wird Flickr zurückerstatten.

 

Möchte man nun sein Flickr- Fotos zur Verfügung stellen, muss man sich anmelde. Die Bilder werden begutachtet und bei Interesse für den Marketplace/Wall Art berücksichtigt. Der Urheber soll 51% der Nettoeinnahmen des Werkes erhalten.

 

Wer das nicht möchte, muss eine andere Lizenz wählen entweder „Alle Rechte vorbehalten“ oder eine Lizenz CC- NC (non Commercial). Jedoch ist man mit dem Zusatz NC auch nicht komplett abgesichert. Meinte doch das Oberlandesgericht Köln, dass diese Festlegung nicht ganz deutlich ist und gestattete einem öffentlich-rechtlicher Rundfunkbetreiber auf einer unentgeltlichen Webseite fremde CC-NC-Bild zu zeigen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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