Urheberrecht

Copyright Recht in Großbritannien: Privatkopie legal

Britische Bürger dürfen ab dem 1. Oktober 2014 für den privaten Gebrauch Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken benutzen. Dies sieht eine Verordnung des britischen Parlaments vor, die Nutzerfreiheiten im Bereich Copyright ermöglicht.

Privatkopie legal?  © fotodo - Fotolia.com

Privatkopie legal? © fotodo – Fotolia.com

Jahrelang diskutierte das Oberhaus des britischen Parlaments und verabschiedete nun schlussendlich entsprechende Verordnungsentwürfe. Auch das Unterhaus stimmte vorher zu.

Für Privatkopien ist eine Ausnahme im Copyright Recht gemacht worden, die aber trotzdem vergleichsweise eng gefasst ist. Nutzer dürfen legal erworbene Inhalte nur für den persönlichen Gebrauch abspielen und auf digitale Medien übertragen. Eine Vervielfältigung von Medien ist ab Oktober 2014 in England also erlaubt.
Beispielsweise dürfen Musiksammlungen oder e-Books vom PC auf einen Tablet-Computer, ein Smartphone oder auf eine „private Cloud“ gezogen werden. Voraussetzung ist jedoch, dass Dritte keinen Zugang haben.

Privatkopie: Kopien von rechtswidrigen Quellen unzulässig

Ausdrücklich unzulässig ist es Kopien von rechtswidrigen Quellen herzustellen. Zu den rechtswidrigen Quellen zählen hierbei zum Beispiel geliehene Medien, Rundfunkübertragungen oder Dienste wie Video on Demand. Programme die gerade Vervielfältigungen schützen, dürfen nicht umgangen werden.

Privatkopie: Kein finanzieller Schaden für die Urheber

Hintergrund der zugelassenen Ausnahme ist der, dass der britische Gesetzgeber gerade nicht davon ausgeht, dass Urhebern ein finanzieller Schaden entsteht. Bei Privatkopien müsse somit gerade keine Vergütungspauschale entrichtet werden.
Auch zitiert werden darf bei jeder Nutzung, unabhängig davon welchen Zweck die Nutzung verfolgt. Eine Zitierung muss lediglich fair erfolgen, verhältnismäßig sein und die Quelle benennen. Dieser Grundsatz gilt auch für Parodien und Karikaturen.
Die Reformierung des Urheberrechts ins England, geht aus einer Studie von 2008 hervor, sowie des „Hargreaves-Berichts“ von 2011 und eines ersten Regierungsvorstoßes 2012.
Man müsse „mit der Geschwindigkeit der Innovationen und der digitalen Revolution Schritt halten“, so der Staatssekretär Baroness Neville-Rolfe von den Konservativen. Ziel sei es, das Bewusstsein für „geistiges Eigentum“ weiter zu stärken.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×