Urheberrecht

C3S statt GEMA – Alternative Verwertungsgesellschaft startet 2016

Seit einiger Zeit formieren sich ausschließlich ehrenamtlich arbeitende Mitarbeiter der Cultural Commons Collecting Society (C3S), um eine zeitgemäße Verwertungsgesellschaft und Alternative zur GEMA zu gründen. Ziel der Cultural Commons Collecting Society ist das Aufbrechen des Verwertungsmonopols der GEMA.

C3S statt GEMA – Alternative Verwertungsgesellschaft startet 2016©-cirquedesprit-Fotolia

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Die GEMA selbst vertritt fast 70.000 Künstler und wird häufig für die Art und Weise ihrer Arbeit kritisiert. Die Mitarbeiter von C3S möchten ein zeitgemäßes Urheberrecht und eine moderne und der Technik angepasste Möglichkeit der Rechteverwertung. Dafür entwickelte C3S ein eigene Software, die durch eine automatische Liederkennung ein alternatives Musikverwertungssystem ermöglicht. Möglich sein werden zum Beispiel die automatische Übertragung von abgespielten Playlisten und das Monitoring von Onlinediensten, um die Abrechnung zu erleichtern. Ziel ist es die Software beim Deutschen Patent- und Markenamt patentieren zu lassen, um 2016 endlich den Geschäftsbetrieb aufnehmen zu können.

C3S unterstützt auch gratis CC-Lizenz

Anders als die GEMA wird C3S nicht zwingend immer das gesamte Repertoire eines Künstlers verwalten müssen. Auch die Verwaltung nur einzelner Titel wird unterstützt. Darüber hinaus wird es Künstlern ermöglicht eigene Stücke gratis anzubieten. Dafür wird die CC-Lizenzierung unterstützt, damit Künstler weitestgehend einfach Stücke digital und breit streuen können. Die GEMA hatte sich lange Zeit gegen die Lizenzierung einzelner Stücke unter einer CC-Lizenz gewehrt. C3S erhofft sich mit der CC-Lizenzierung das Bedürfnis vieler Urheber zu erfüllen.

Abrechnungsmodell von GEMA Alternative noch nicht fix

Zwar ist über das Abrechnungsmodell der C3S noch nicht endgültig entschieden, doch ist klar, dass die Abrechnung nach Art und Weise der Nutzung des Musikstückes erfolgen wird. Anders als der GEMA häufig vorgeworfen, wird hierbei seitens C3S versucht ein möglichst transparentes und für den Künstler nachvollziehbares Abrechnungsmodell zu präsentieren. Keine Angst vor zu wenig Einnahmen aufgrund der CC-Lizenz haben die Gründer von C3S nicht. Zusätzlich wird es die Möglichkeit geben für Künstler zu spenden.

Verwaltungsgebühren ähnlich dem Steuersystem

Die alternative Verwertungsgesellschaft C3S wird von den Mitgliedern Verwaltungsgebühren verlangen. Dabei wird versucht ganz kleine Künstler vor hohen Abgaben zu schützen, so dass die Abgabenstruktur dem deutschen Steuersystem angeglichen wurde.

Es bleibt abzuwarten wie viele Künstler sich C3S anschließen werden. Für die Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt bzw. für einen soliden Geschäftsbetrieb sind 3000 Künstler mit einem verwertbaren Repertoire nötig.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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