Urheberrecht

BVK akzeptiert erste Vergütungsregel für Urheber bei Kinofilmen

Der Berufsverband Kinematografie (BVK) hat den Einigungsvorschlag  zu den Erlösbeteiligungen von Kameraleuten angenommen.

Zuvor hatte bereits die Constantin Film Produktion GmbH dem Einigungsvorschlag der Schlichtungsstelle, die vom OLG München eingerichtet wurde, zugestimmt. Somit tritt in Deutschland erstmals eine gemeinsame Vergütungsregel im Bereich Kinofilm in Kraft, welche die „angemessene Vergütung“ (§ 32 UrhG) von bildgestaltenden Kameramännern konkret festlegt, so die Meldung des BVK. Die momentan geltenden Regelungen seien erstmals zum 31.12.2016 kündbar.

Als „angemessene Vergütung“ sei zunächst mindestens die aktuell geltende Tarifgage zu bezahlen, eine übertarifliche Zahlung mindere den Beteiligungsanspruch nicht, so die Meldung weiter. Die Tarifgage gelte als „angemessene Vergütung“, so lange eingesetztes Eigenkapital des Produzenten sowie echte Fremdkredite und Rückstellungen für das Projekt bezahlt werden würde. Der Produzent dürfe weitere 5 % aus den Herstellungskosten des Filmes vereinnahmen, ohne den Kameramann/-frau beteiligen zu müssen. Danach erhalten die Kameraleute zusätzliche finanzielle Beteiligungen, so die Meldung des BVK.

Laut der neuen Vergütungsregel erhalten Kameramänner künftig auf der ersten Beteiligungsstufe, also so lange, bis der Produzent die bedingt rückzahlbaren Darlehen der Filmförderung zurückbezahlt hat bzw. aus den Erträgen hätte zurückzahlen können, 0,85 % aller erzielten Erträge. Die zweite Beteiligungsstufe gilt ab einer Abdeckung des 5 %-Korridors und beträgt 1,6% aller erzielten Erträge, so die Meldung weiter. Zwar habe man erhebliche Bedenken hinsichtlich der Beteiligungshöhe sowie des 5%-Korridors gehabt, jedoch habe man nach intensiver Diskussion zugestimmt, so der BVK. Der Vorsitzende der Schlichtungsstelle hatte die Beteiligung aller am Filmwerk kreativ Mitwirkender in Höhe von 10% der Erträge in der ersten Stufe und von 25% in der zweiten Stufe vorgeschlagen. Der BVK strebt diesbezüglich in späteren Verhandlungen eine Justierung an. Mit der nun geltenden Vergütungsregel werde der „Bestseller“ bzw. Fairnessausgleich (§ 32a UrhG) nicht geregelt, so die Meldung weiter

Bei einer Nutzung von Filmbildern außerhalb der eigentlichen Filmverwertung, wie bei einem Buch, Soundtrack, Merchandise o. ä. sollen 50% der Erlöse aus der Verwertung in die beteiligungsfähigen Erträge (ggf. abzüglich Herstellungskosten, falls der Filmhersteller diese selbst trägt) an die Kameraleute gezahlt werden, so die Meldung des BVK.

Die kompletten Vergütungsregeln finden sie hier
 

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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