Urheberrecht

Brite wegen Raubkopie zu 33 Monaten Gefängnis verurteilt

Ein 25 Jahre alter Brite hat den Film „Fast and Furious 6 “ im Kino abgefilmt und als Raubkopie ins Internet gestellt. Auch nachdem die Polizei ihn erwischt hatte, verkaufte er weiter illegal Filme. Nun ist er von einem Gericht zu einer fast 3-jährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Der 25-jährige Brite Philip D. wurde wegen Urheberrechtsverstößen zu fast 3 Jahren Gefägnis verurteilt. Er hatte eine Raubkopie von "Fast and Furious 6" angefertigt. © Africa Studio - Fotolia.com

Brite wegen Raubkopie von „Fast and Furious 6“ zu 33 Monaten Haft verurteilt © Africa Studio – Fotolia.com

Raubkopie von „Fast and Furious 6“

Der 25 Jahre alter Brite Philip D. hat nach Berichten der Daily Mail und Sky News direkt am Tag des Kinostarts den Hollywoodfilm „Fast and Furious 6“ mit einer Digitalkamera im Kino abgefilmt. Anschließend lud er ihn im Internet hoch.

Die Filmproduktionsfirma Universal Pictures, die für Fast and Furious 6 verantwortlich ist, ist dem jungen Mann jedoch schnell auf die Schliche gekommen. Deren sogenanntes „Webwatch“-Team hat bereits nach kurzer Zeit sein Profil auf einer Dating-Plattform gefunden. Bei diesem war er unter dem Pseudonym „Thecod3r“ angemeldet. Den selben Nickname benutzte er jedoch auch für seine illegalen Uploads.

Er machte weiter wie bisher

Sechs Tage nachdem der Film von ihm online gestellt wurde, wurde er von der örtlichen Polizei festgenommen. Bis dahin soll diese Kopie des Film bereits 779.000 mal heruntergeladen worden sein. Universal Pictures errechnete daraus einen angeblichen Schaden in Höhe von 2,3 Millionen Pfund (ca. 2,9 Millionen Euro).

Zwei Tage später kam der junge Brite auf Kaution frei. Die wiedergewonnene Freiheit nahm er sogleich als Anlass auf seiner Facebook-Seite erneut diverse Filme zum Verkauf anzubieten. Unter anderem bot er auch DVDs mit „Fast and Furious 6“ für 1,50 Pfund (ca 1,90 Euro) an. Dazu schrieb er: „Seven billion people and I was the first. F*** you Universal Pictures.“

Fast 3 Jahre Haft

Der Crown Court (ein Gericht in England und Wales, ähnlich dem deutschen Landgericht in Strafrechtsfällen) in der rund 250.000 Einwohner großen Stadt Wolverhampton in England hat den jungen Mann nun zu 33 Monten Haft verurteilt. Insgesamt soll er mit dem Verkauf des Films einen Gewinn von ca. 1000 Pfund (ca. 1250 Euro) gemacht haben. Der Richter nannte das einen eher „bescheidenen“ Gewinn. Die Schwere des Falles liege aber auch in dem Verlust, den die „Filmindustrie als Ganzes“ erlitten habe.

Der Richter bezeichnete den Angeklagten in der Verhandlung als „frech, arrogant und von sich selbst eingenommen“. Insbesondere das Facebook-Posting nach seiner Verhaftung würde seine Haltung gegenüber der Filmindustrie verdeutlichen. Als Grund für die Tat nannte Philip D. den Wunsch dadurch „Street Credibility“ in der Szene zu erlangen. „Wer als Erster einen solchen Film hochlädt, genießt großes Ansehen“ erklärte er vor Gericht.

Auch ein Freund von Philip D. war mit angeklagt. Er soll Philip D. bei der Verbreitung des Films geholfen haben. Dafür wurde er zu 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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