Urheberrecht

Bildersuche: Fotografenverband verklagt Google

Der Fotografenverband Freelens hat den Suchmaschinendienst Google verklagt. Grund für die Klage ist die Einführung der neuen Google-Bildersuche für Smartphones.

Die neue mobile Bildersuche bei Google zeigt die Bilder nicht mehr wie bisher als Thumbnails, sondern bildschirmfüllend und in großer Auflösung, ohne auf die Webseite weiterzuleiten, auf der das Foto zu finden ist.

 

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©liveostockimages-Fotolia

Bereits Anfang 2013 hatte der Suchmaschinendienst Yahoo diese Art der Darstellung angeboten, der Fotografenverband Freelens hatte daraufhin eine Abmahnung geschickt, Yahoo habe umgehend eine Unterlassungerklärung abgegeben, so die Meldung von Freelens.

Keine Reaktion auf Unterlassungsabmahnung

Die beanstandete Google-Bildersuche ist hierzulande für iPhone-Besitzer verfügbar. Freelens habe auch Google eine Unterlassungsabmahnung geschickt, jedoch keine Reaktion erhalten, so die Meldung weiter. Daher habe man beschlossen, die Sache von einem Gericht klären zu lassen. Der Bundgerichtshof hatte in einem Urteil festgelegt, dass Bilder bei der Bildersuche lediglich in Thumbnail-Größe dargestellt werden dürfen und auf beim Anklicken auf die Ursprungsseite des Fotos weitergeleitet werden muss.

Google halte diese Vorgaben nicht ein, so die Kritik von Freelens. Dirk Feldmann, Justitiar von Freelens, sagte dazu: „Dies widerspricht der Schutzfunktion des deutschen Urheberrechts und der dazu ergangenen aktuellen Rechtsprechung. Es ist daher davon auszugehen, dass diese Art der Fotonutzung durch Google von den zuständigen Gerichten untersagt werden wird.“

Missachtung der Autorenrechte

Ebenfalls kritisiert der Fotografenverband die zusätzliche Missachtung der Autorenrechte durch Google: mitunter würden Reportagen in Einzelbilder zerlegt und teilweise bildschirmfüllend dargestellt, wobei Bildunterschriften und die Autorenhinweise unterschlagen werden würden, so die Meldung weiter.

Bertram Solcher, der Vorsitzende von Freelens, sagte dazu: „Es ist erschreckend, welch geringe Wertschätzung und welche Missachtung elementarster Autorenrechte den Urhebern durch Google entgegengebracht wird. Es kann nicht sein, dass Fotografen zu reinen Content-Lieferanten von Google degradiert werden.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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