Urheberrecht

Beatles-Songrechte: Paul McCartney verklagt Sony

Der Musiker Paul McCartney hat Klage gegen Sony/ATV eingereicht. Er möchte die Rechte an 267 Beatles-Songs zurückbekommen, die er zusammen mit John Lennon geschrieben hat.

Beatles-Songrechte: Paul McCartney verklagt Sony © fotodo – Fotolia.com

Die Klage gegen den Musikverlag  Sony, ging bei einem New Yorker Gericht ein. Dabei geht es unter anderen um die Rechte an den berühmten Liedern wie „All You Need is Love“, „Hey Jude“ und „Yesterday“.

Vor mehr als 50 Jahren hatte Paul McCartney die Songrechte  an unterschiedliche Musikverlage verkauft. Die Songs wurden dabei Teil eines Katalogs mit 400 Liedern, die sich zunächst  Michael Jackson  1985 für 47,5 Millionen Euro sicherte, bevor sie 1995 an den Musikverlag Joint Venture Sony/ATV übergingen. Nach dem Tod von Michael Jackson verkauften dessen Erben ihre restlichen Anteile 2016,  für 750 Millionen Dollar an den Musikverlag, der von nun an Alleinbesitzer der Songrechte ist.

Amerikanisches Urheberrecht

Paul McCartney möchte die Rechte an den Songs schon lange zurück erhalten. Er  beruft sich dabei auf eine Regelung im amerikanischen Urheberrechtsgesetz. Nach amerikanischem Recht ist  geregelt, dass alle Rechte an den Liedern, die vor 1976 veröffentlicht wurden, automatisch nach 56 Jahren an den Urheber zurückgehen.  Im Falle McCartneys bedeutet dies, dass bereits ab Oktober 2018 die ersten Rechte an den Liedern,  die bereits vor 56 Jahre veröffentlicht wurden,  automatisch an ihn übertragen würden.  Insgesamt würde es  bis zum Jahr 2026 dauern, bis Paul McCartney tatsächlich alle Rechte an seinen Liedern wiedererlangt hätte.

McCartney geht es vor allem auch darum, den Fall in den USA zu verhandeln. Denn nach englischer Rechtslage wären seine Chancen, die Song-Rechte wiederzuerlangen, viel geringer. Wie im Falle der Band Duran Duran, die im vergangenen Jahr mit dem Versuch die Rechte an ihren Songs zurück zu erlangen,  gegen Sony scheiterte.

Sicherung der Songrechte

Außergerichtlich hatte  McCartney bereits mehrfach versucht,  Kontakt mit Sony  aufzunehmen, jedoch habe er bisher  keine klare Antwort erhalten. Mit der Klage möchte er nun  zum einen sicherstellen, dass der Verlag die Rechteübergabe nicht aufgrund von rechtlichen Streitigkeiten verzögert. Zum anderen will er erreichen, dass das Gericht die Rechtmäßigkeit seines Urheberrechts bestätigt.

Sony ist enttäuscht

Der Verlag zeigt sich enttäuscht.  „Wir blicken auf eine jahrelange gute Zusammenarbeit mit Paul McCartney und John Lennons Erben zurück, was den Erhalt und die Verbreitung einer nachhaltigen Wertigkeit des Song-Katalogs entspricht. Wir sind enttäuscht über die Anklage und empfinden diese als unnötig und voreilig.“ So ein Sprecher.    (LiA)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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