Urheberrecht

Auch etablierte Verlage sind nicht mehr vor Urheberrechtsverletzungen durch Raubkopien sicher

In einer Studie wurde sich damit beschäftigt, inwieweit jetzt auch Fachverlage bei gedruckten Werken das Opfer von Urheberrechtsverletzungen übers Internet werden. Das Ergebnis ist erschreckend.

Nach einem Bericht in der Welt Mobil vom 13.03.2011 muss nicht nur die Musikindustrie unter Umsatzeinbußen durch Urheberrechtsverletzungen leiden. Mehr und mehr haben es die Internetpiraten auch auf Fachverlage im Printbereich abgesehen. Hierzu werden von urheberrechtlich geschützten Büchern illegale E-Books erstellt und diese ins Internet gestellt.

 

Nach dem Inhalt einer Studie über „Ebook-Piraterie in Deutschland“ soll es bereits Hunderttausende Bücher geben, die auf diese Weise kostenlos von im Wege eines Downloads von den Usern abgerufen werden können. Der dadurch entstehende Schaden ist laut dieser Studie groß, weil es sich um hochwertige Literatur handelt. Dabei soll es sich sowohl um wissenschaftliche Werke, als auch um Belletristik handeln. Die Filesharer, die diese Urheberrechtsverletzungen begehen, könnten am besten über die IP-Adresse ermittelt werden. Aber dies sei auch nicht immer möglich. Zuweilen würde auch das Internet mit Suchalgorithmen durchforstest. Die Filesharer handelten nicht um die Gewinne zu erwirtschaften, sondern seien mehr Überzeugungstäter, die das als „Sport“ ansehen würden. Aufgrund neuer technischer Entwicklungen wie dem iPad sei damit zu rechnen, dass diese Urheberrechtsverletzungen rapide zunehmen werden. Ein iPad kann nämlich gut zum Lesen von E-Books benutzt werden.

 

Den vollständigen Bericht über diese Studie und ihre Ergebnisse können Sie hier lesen. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Marek sagt:

    Warum stellt man sich in den Institutionen, den Verlagen, aber auch bei den Autoren nicht einmal grundlegend die Frage nach dem geistigen Eigentum und seiner Bedeutung, warum klebt man hier noch immer am “ICH-habe-das-gemacht” wie eine Made am Speck. Diese ganzen dahinterliegenden Subjektvorstellungen, diese mehr als nur latente Genieästhetik, all das macht es uns doch nur unendlich viel schwerer. Warum bieten die Autoren und Verlage nicht einen Teil ihrer Literatur oder gleich alles frei kopierbar an? Mehr noch, warum schreiben Autoren noch immer abgeschlossene Werke? Warum keine Remixe wie in der Musik, warum keine offenen, weiterschreibbaren und zum aktiven Verändern einladenden Texte? Das würde sensibilisieren – für Literatur und Bücher an sich – und nicht für die nur allzu oft dahinter stehenden kommerziellen Interessen. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich bin sehr wohl der Meinung, dass man die Leistung eines Autors, Musikers oder Wissenschaftlers schätzen sollte und noch mehr glaube ich, dass Buchhändler und Buchläden nicht nur eine wichtige, sondern auch eine schöne Sache sind (vor allem die, die sich nicht dem Druck der großen Ketten beugen). Aber warum versuchen wir nicht Kunst und Kultur mal anders zu denken, nein, besser, sie anders zu produzieren, zu vertreiben und zu rezipieren? Ich habe z.B. gerade einen kleinen Prosa-Band gelesen (online). Das Buch heißt “Formenverfuger / Formenverfüger” und ist – in der gedruckten Version wie in der digitalen – mit einer Creative Comons Lizenz versehen, die das Kopieren nicht nur erlaubt, sondern – unter gewissen Bedingungen – sogar erwünscht.
    http://www.archive.org/details/FormenverfugerFormenverfger.StckeAusProsa
    Überdies gibt es in dem Buch einen Text, den der Autor nur begonnen hat, nach zwei Seiten aber abbricht und sich mit folgenden Worten an den Leser wendet: “Genug gelesen. Schreib’ den Text selber weiter, verändere ihn, bau ihn an anderer Stelle ein, nimm ihn auseinander und montiere ihn neu, zerstöre ihn und lass ihn lebendig werden…”
    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

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