Urheberrecht

Affen – Selfie – Kein Copyright für Makaken-Affen Naruto

Wer hat das Recht am Affen – Selfie? Ein US-Gericht entschied nun, dass die Urheberrechte jedenfalls nicht beim Makaken Naruto liegen. Allerdings auch nicht beim Fotografen, dessen Kamera der Affe für seine Selfies benutzte. 

 Affen-Selfie – Kein Copyright für Makaken-Affen Naruto © Scanrail - Fotolia

Affen-Selfie – Kein Copyright für Makaken-Affen Naruto © Scanrail – Fotolia

Die Tierschutzorganisation PETA hatte im September eine Copyright-Klage im Namen eines Affen bei einem US-amerikanischen Gericht eingereicht. PETA forderte in der Klageschrift, dass der Affe Naruto zum Urheber eines von ihm angefertigten Selfies erklärt werden müsse. Die Tierschutzorganisation argumentierte, dass das amerikanische Gesetz einem Tier nicht die Wahrnehmung von Urheberrechten verbiete.

Affe Naruto aus Indonesien macht ein Selfie

Fotograf David Slater ist 2011 nach Indonesien gereist und hat auf der Insel Sulawesi eine Reihe von verschiedenen Tieren fotografiert. Im Laufe des Projektes hatte er die aufgebauten Kameras mehrmals für einige Minuten alleine gelassen. Der Affe Naruto nutzte diese Zeit und hat mit der Kamera des Fotografen einige Selfies angefertigt. Nach Veröffentlichung des Buches begann dann die Diskussion, ob dem Affen eigene Urheberrechte an dem angefertigten Selfie zustehen oder nicht. David Slater ist bis heute der Ansicht, dass das Urheberrecht an den Affen-Selfies ihm zustehe. Er habe die Kameras aufgebaut und ihm sei durch die virale Verbreitung des Bildes nach der Veröffentlichung seines Buches auch der größte wirtschaftliche Schaden entstanden.

Kann ein Affe Urheber eines Selfies sein?

Nach Veröffentlichung des Buches wurde das Affen-Selfie tausende Male im Internet geteilt. PETA hatte daraufhin die beschriebene Klage bei einem US-amerikanischen Gericht eingereicht. Noch im Jahr 2014 hatte das US Copyright Office darauf hingewiesen, dass kein Fotograf die Urheberrechte an Bildern haben könne, die durch Natur, Tiere oder Pflanzen entstanden seien. Das US-Gericht hat die rechtliche Situation nun jedoch anders eingeschätzt. Bundesrichter WIlliam Orrick aus San Francisco hat entschieden, dass dem Affen Naruto kein Urheberrecht an dem angefertigten Selfie zustehe. Nach Ansicht des US-Richters sei zwar die Ausweitung bestehender Gesetze auf Tiere denkbar. Nötig seien dann jedoch Schritte des US-Kongresses oder des amerikanischen Präsidenten. Nach Ansicht Orricks sei nicht erkennbar, dass eine Ausweitung des Urheberschutzes auch auf Tiere angestrebt sei. Daher könne Naruto auch nicht Urheber des Fotos sein.

Kampf gegen Tierschutz

Unabhängig von dem Ergebnis des gerichtlichen Verfahrens, hat die Tierschutzorganisation PETA zumindest erreicht, dass viele Teile der Gesellschaft über Probleme des Tierschutzes diskutiert haben. Auch wenn die mediale Aufmerksamkeit Naruto keinen wirtschaftlichen Vorteil erbringt, so ist das Verfahren und die Berichterstattung doch ein wichtiger Schritt im Kampf für größere Rechte von Tieren gewesen.(NIH)

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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