Foto- und Bildrecht

Abmahnung der Rechtsanwälte Waldorf Frommer im Namen der Bildagentur Corbis

Wurden Sie von der Münchener Kanzlei Waldorf Frommer im Namen der Bilderdatenbank Corbis abgemahnt?

Wurde Ihnen eine Abmahnung oder gar Klage der Kanzlei Waldorf Frommer aus München wegen unerlaubter Verwendung von Bildern im Internet zugestellt und fragen Sie sich nun, was nun zu tun ist? Im Folgenden bieten wir Ihnen eine erste Hilfestellung, wie Sie auf eine derartige Abmahnung reagieren sollten.

Die Münchener Rechtsanwälte Waldorf Frommer vertreten zahlreiche Bildagenturen wir die Firma Corbis und versenden in deren Namen Abmahnungen wegen angeblicher illegaler Veröffentlichung von urheberrechtlich geschütztem Bildmaterial im Internet. Besonders tückisch ist, dass dabei viele Unternehmen abgemahnt werden, die keine Kenntnis von einer unberechtigten Bildnutzung haben. Der Vorwurf trifft sie vollkommen überraschend. Zum Teil haben die Unternehmer die Bilder aus Datenbanken erlangt, in denen die Bilder frei zur Verfügung gestellt worden waren. Zum Teil wurden die Bilder von externen Webdesigner bei der Erstellung der Website vor etlichen Jahren verwendet. Die Abmahnung beziehen sich nicht selten auf Rechtsverletzungen, die bereits 15 Jahre zurückliegen. Betroffene Unternehmer sollten hier auf keinen Fall vorschnell handeln und ungeprüft die Unterlassungserklärung unterschreiben.

Dabei vertritt die Kanzlei Waldorf Frommer Rechtsanwälte derzeit folgende Bildagenturen:

  • Corbis GmbH, Kaistraße 2, 40221 Düsseldorf
  • Stockfood GmbH, Tumblinger Straße 32, 80337 München
  • Masterfile GmbH, Schanzenstraße 20, 40549 Düsseldorf
  • Getty Images International, 2nd Fl, Block 4, Bracken Business Park, Sandyford, Dublin 18, Irland
  • Mauritius Images GmbH, Mühlenweg 18, 82481 Mittenwald
  • LOOK Die Bildagentur der Fotografen, Müllerstraße 42, 80462 München

Was genau  fordern die Rechtsanwälte Waldorf  Frommer von Ihnen?

In der Abmahnung verlangt die Kanzlei Waldorf & Frommer zunächst die Abgabe einer so genannten strafbewehrten Unterlassungserklärung.

Außerdem wird eine Auskunft darüber begehrt, woher das Foto stammt und wie lange Sie es online abrufbar gehalten haben. Nachdem von den Abgemahnten eine entsprechende Auskunft erteilt wurde, machen die Rechtsanwälte Waldorf Frommer üblicherweise im zweiten Schritt sowohl Schadensersatzansprüche als auch ihre durch die Abmahnung entstandenen Rechtsanwaltskosten geltend.

Die von den Waldorf Frommer Rechtsanwälten im Auftrag der Firma Corbis wegen angeblich unberechtigter Fotonutzung verschickten Abmahnungen sind erfahrungsgemäß folgendermaßen aufgebaut:

Zunächst wird klar vorgetragen, dass die Kanzlei Waldorf Frommer vorliegend die Firma Corbis vertrete und damit beauftragt sei, in deren Namen gegen unrechtmäßige Verwendung von Bildern vorzugehen.

Anschließend wird die Website benannt, auf der angeblich eines oder mehrere Fotos rechtswidrig genutzt worden sein sollen.  Üblicherweise wird hier auch in schwarz-weiss ein Screenshot der betreffenden Website abgedruckt, auf welchem die angebliche Bildveröffentlichung zu sehen sein soll. Es wird die Behauptung aufgestellt, dass die Firma Corbis Inhaberin der ausschließlichen Nutzungsrechte an dem Bildmaterial sei. Als einzigen Anhaltspunkt für die angebliche Rechteinhaberschaft gibt die Kanzlei Waldorf in der Regel die Bildnummer an, unter welcher das Foto auf der Website der Bildagentur Corbis zu finden sein soll. Weitere Nachweise für die angebliche Rechteinhaberschaft, etwa ein Vertrag über die Einräumung der ausschließlichen Verwertungsrechte, sind in den Abmahnungen meist nicht zu finden.

Die Rechtsanwälte Waldorf Frommer erheben dann den Vorwurf der Urheberrechtsverletzung, in dem sie vortragen, das Bildmaterial sei urheberrechtlich geschützt und sei im Internet ohne die Zustimmung des Rechteinhabers öffentlich zugänglich gemacht worden.

Die abmahnenden Kanzlei ist daher der Ansicht, der Bildagentur stünden nun mehrere Ansprüche gegen Sie zu. Das sind einerseits ein Unterlassungsanspruch und zum anderen Ersatz- und Auskunftsansprüche.

Unterlassungsanspruch:

Im Vordergrund steht zunächst der Anspruch auf Unterlassung. Um es den Abgemahnten besonders leicht zu machen, fügt die Kanzlei eine bereits vorformulierte Unterlassungserklärung bei, welche man unterschreiben zurückverlangt.

Auskunftsanspruch:

Mit dem Auskunftsanspruch wird insbesondere eine Auskunft darüber verlangt, woher Sie das Foto haben und wie lange es insgesamt auf Ihrer Website öffentlich zugänglich war. Diese Informationen dienen der abmahnenden Kanzlei dann im nächsten Schritt für die Berechnung des anschließend geforderten Schadensersatzes.

Ersatzansprüche:

Nachdem die Auskunft über die Dauer der Bildnutzung erteilt wurde, werden Sie aufgefordert Schaden für die angeblich rechtswidrige Verwendung des Bildes zu ersetzen und die Kosten der Abmahnung zu übernehmen. Dabei wird in der Regel der Betrag zugrunde gelegt, der angeblich üblicherweise von der Bildagentur für die Übertragung von Lizenzen für dieses Bildes berechnet wird. Das alleine sind oftmals, je nach Agentur, bereits mehrere hundert Euro pro Jahr für nur ein einziges Bild. Wenn dann bei der Veröffentlichung des Bildes auch noch  vergessen wurde, den Urheber zu nennen, wird in der Regel deutlich mehr verlangt.

Wie soll man nun auf eine derartige Abmahnung reagieren?

Unterschreiben Sie keinesfalls ungeprüft die von der Gegenseite vorformulierte Unterlassungserklärung und senden Sie unverändert an die Kanzlei zurück. Es drohen nämlich folgende Nachteile:

  • Sie erkennen möglicherweise eine Schuld an
  • Sie erkennen möglicherweise die Kosten der Gegenseite an
  • Sie sind 30 Jahre an den Inhalt der Erklärung gebunden, ohne dass Änderungen der Rechtslage berücksichtigt werden
  • Oftmals werden in vorformulierten Unterlassungserklärungen die Vertragsstrafen zu hoch angesetzt

Andererseits ist es auch keinesfalls ratsam, überhaupt nicht auf die Abmahnung reagieren!

Insbesondere wenn es zumindest denkbar ist, dass das Foto tatsächlich veröffentlicht wurde, ohne die Rechteinhaberschaft vorher genau zu prüfen, ist die vorsorgliche Abgabe einer Unterlassungserklärung ratsam. Wenn nämlich der Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung widererwarten doch zutreffen sollte, müsste der Abgemahnte seiner Pflicht zur Abgabe einer Unterlassungserklärung nämlich unbedingt nachkommen. Anderenfalls droht ein kostenaufwändiges einstweiliges Verfügungsverfahren vor Gericht.

Dringend zu empfehlen ist daher zur Senkung des Prozesskostenrisikos die Abgabe einer so genannten modifizierten Unterlassungserklärung, die den Unterlassungsanspruch der Gegenseite erledigt. Diese sollte so formuliert werden, so dass so wenig wie möglich aber soviel wie nötig zugestanden wird. Derartige modifizierte Unterlassungserklärungen werden von spezialisierten Rechtsanwälten formuliert.

Die Kanzlei Wilde, Beuger & Solmecke ist seit Jahren auf Abmahnungen wegen nicht genehmigter Verwendung von Bildern spezialisiert. Gerne beraten wir Sie daher unverbindlich und umfangreich an unserer Hotline unter der Rufnummer 0221 / 9688 8191 82 (Beratung bundesweit, Standorte in Köln und Berlin). Selbstverständlich können Sie auch unseren diesbezüglichen Chat nutzen.

Sofern Sie sich allgemein über die Thematik des Foto- und Bildrechts informieren wollen, so können wir Ihnen unsere Übersichtsseite empfehlen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Margrit Reiner sagt:

    Waldorf ist inzwischen für eine weitere Bildagentur tätig, und zwar für die Agentur Blickwinkel in Witten.

    Diese Agentur ist mit Copyright 2011 im Internet. Waldorf mahnt angebliche Schäden ab, die man http://www.blickwinkel.de bereits 2010 zugefügt haben soll.

    Kann man in ein Haus einbrechen, bevor es erbaut wurde ?

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