Urheberrecht

700.000 Chor- und Orchesterwerke illegal durch katholische Kirche kopiert

Eine repräsentative Umfrage der Verwertungsgesellschaft (VG) Musikedition hat ergeben, dass laut der freiwilligen Auskunft der katholischen Kirche über die genutzten Noten für den Gemeindegesang im Gottesdienst, in den Jahren 2011 und 2012 mehr als 700.000 Chor- und Instrumentalnoten illegal kopiert wurden. Gekauft wurde von den benötigten Noten jeweils ein Exemplar, das dann in benötigter Stückzahl kopiert wurde.

Irrtümliche Auskunft über illegale Kopien

Im Rahmenvertrag mit der VG Musikedition festgehalten ist die Nutzung von Liedern und Texten durch die katholische Kirche zu einem Pauschalbetrag von ca. 180.000 Euro jährlich. Ausgeschlossen davon sind jedoch die Nutzungsrechte für Chor- und Instrumentalnoten. Über die honorarfreie Nutzung der Chor- und Orchesterwerke gaben jedoch die Befragten der 872 Gemeinden anscheinen irrtümlich, bereitwillig Auskunft.

© Alexander Tarasov - Fotolia

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Schaden in Millionenhöhe

Laut der der VG Musikedition sind durch die illegalen Kopien Notenverlegern, Komponisten und Textdichtern pro Jahr ein Schaden von bis zu fünf Millionen Euro entstanden. Die tatsächliche Summe ist jedoch bei Weitem höher als geschätzt, die Daten wurden ja nur zufällig mit erhoben und beziehen sich nur auf die erfassten 700.000 Kopien.

Eine Lösung dieses Urheberechtsproblem lässt auf sich warten. Die VG Musikedition prüft derzeit,  gegen den Verband der Diözesen Deutschlands (VDD), die 27 Bistümer oder die 872 Gemeinden alle juristischen Maßnahmen. Der VDD sieht sich dabei in einer passiven Rolle. Durch die dezentralen Strukturen der katholischen Kirche und der rechtlichen Selbstständigkeit der Gemeinden, könne er keine effektiven Maßnahmen zur Vermeidung der Rechtsverstöße ergreifen.

Mehr Infos finden Sie hier:

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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