Urheberrecht

Urheberrechtsreform: Rückrufrecht sorgt für Diskussionen

Der aktuelle Referentenentwurf zum Urhebervertragsrecht hat vor allem mit Blick auf das Rückrufrecht verschiedene Reaktionen hervorgerufen.

Der aktuelle Referentenentwurf sieht Rückruf von Nutzungsrechten nach dem Ablauf von fünf Jahren vor.

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Reaktion Schriftstellerverband

So betonte der Schriftstellerverband, dass die Vorschläge aus dem Referentenentwurf in punkto Vergütung in die richtige Richtung gehen würden. »Gerade wir als Autorinnen und Autoren schaffen in unserem Leben eine begrenzte Anzahl an Werken und wollen auf deren Verwertung mehr Einfluss nehmen können. Selbstverständlich sind wir bereit, bei den Verhandlungen auch die differenzierte Struktur der Branche zu berücksichtigen und differenzierte Lösungen zu finden. Es geht uns um den Erhalt einer funktionierenden Verlagslandschaft, insbesondere auch mit kleineren Verlagen, die der Vielfalt der Literaturen dienen«, so Bundesvorstand des Schriftstellerverbandes in einer Pressemitteilung.

»Wir wollen, dass unsere Mitglieder wieder an die Rechte an ihren Werken kommen können. Um Vertragspartner auf Augenhöhe zu werden, plädieren wir für die Rückholbarkeit der Rechte«, so die VS-Vorsitzende Eva Leipprand.

Reaktion Deutscher Bühnenverein

Doch wie immer hat jede Medaille zwei Seiten und nicht alle betrachten das Rückrufrecht daher als positiv. So lehnt der Deutsche Bühnenverein den Referentenentwurf gerade deswegen ab. Nach Ansicht des Vereins könne das Rückholrecht bei den Theatern zu wirtschaftlichen und planerischen Risiken führen. Zudem entfalle die Übertragung der Aufführungsrechte seitens des Verlages an das Theater, wenn beispielsweise der Autor eines Stückes oder der Komponist einer Oper den jeweiligen Verlag verlässt, weil ihm ein anderer Verlag bessere Konditionen anbietet, so die Meldung des Deutschen Bühnenvereins.

Aber viele Werke oft über mehrere Spielzeiten auf dem Spielplan vieler Stadttheater bleiben und es kann nach vielen Jahren zu einer Wiederaufnahme einer Produktion kommen. Die Aufführungsverträge mit den Verlagen sehen meist entsprechende Optionen für spätere Spielzeiten vor. Jedoch könne bei einem Verlagswechsel diese Option nicht mehr erfüllt werden, einem weiteren Angebot einer Produktion im Spielplan bzw. einer späteren Wiederaufnahme würde so die urheberrechtliche Grundlage entzogen werden, so die Meldung weiter. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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