Urheberrecht

Raubkopierer veröffentlicht als Strafe Bekennervideo

Der tschechische Raubkopierer Jakub F. hat viele Jahre lang urheberrechtlich geschützte Software als Raubkopien im Internet verbreitet. Nachdem ihm tschechische Ermittlungsbehörden auf die Schliche kamen, hat ihn das zuständige tschechische Gericht zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren verurteilt.

Zudem verurteilte ihn das Gericht zur Kompensation der entstandenen Schäden. Insgesamt sollte Jakub F. mehr als 200.000,- Euro an die geschädigten Rechteinhaber zahlen.

Raubkopierer erhält ungewöhnliche Strafe – Bekennervideo statt Schadensersatz

Allerdings hat der verurteilte Raubkopierer keine ausreichenden finanziellen Möglichkeiten, den geforderten Schadensersatz zu zahlen. Die Geschädigten Unternehmen wie Microsoft und Sony Music würden entstandene Schäden unter normalen Bedingungen nicht ersetzt bekommen.

Der Softwareherstellerverband BSA hat sich dann zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Ein Großteil der Schadensersatzforderung solle dem verurteilten Raubkopierer Jakub F. erlassen werden, wenn dieser ein Bekennervideo im Internet veröffentlicht, in dem er sich als verurteilter Raubkopierer zu seinen Taten bekennt und über die abschreckenden und drohenden rechtlichen Folgen aufklärt.

Bekennervideo mehr als 400.000 mal innerhalb weniger Tage angeklickt

Daraufhin nahm der reumütige Übeltäter ein Bekennervideo auf und stellte dieses sodann Online. Innerhalb des mehrere Minuten dauernden Videos erzählt er von seiner Karriere als Raubkopierer, beschreibt seine damalige Motivation und übt Reue. Er schildert, wie die Ermittlungsbehörden gearbeitet haben und berichtet, dass er sogar auf seiner Arbeitsstelle aufgesucht wurde.

Ziel des Ganzen: Der Softwareherstellerverband BSA erhofft sich eine stark abschreckende Wirkung durch das Video. Andere noch aktive Raubkopierer sollen sehen, dass die gesetzliche Verfolgung der Verletzung von Urheberrechten funktioniert und Raubkopierern drastische Strafen drohen.

Dennoch bleibt fraglich, ob das Bekennervideo die vom Softwareherstellerverband BSA erhoffte Wirkung erzielt. Zwar wurde das Video mehr als doppelt so oft wie vom BSA gefordert angeklickt und angesehen, doch deuten viele der vorhandenen Kommentare eher darauf hin, dass die Zuschauer sich aus Gründen der Solidarität mit dem Raubkopierer das Video angesehen haben. (NiH)

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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