Telekommunikation

Roaming – Gebühren – Ab Juni endlich sorgenfreie Smartphone-Nutzung im EU-Ausland

Die private und berufliche Nutzung von Handys, Smartphones und Tablets gehört für die meisten Menschen zum Alltag. Ab Juni 2017 werden nach jahrelangen Verhandlungen endlich die Roaming – Gebühren in Europa abgeschafft. Deutsche Mobilfunk-Kunden können ihren Mobilfunkvertrag dann zu gleichen Konditionen wie zu Hause, auch im europäischen Ausland nutzen. Zusätzliche Roaming – Gebühren gehören der Vergangenheit an.

Roaming – Gebühren – Ab Juni endlich sorgenfreie Smartphone-Nutzung im EU-Ausland © Scanrail – Fotolia

Was ist Roaming?

Jeder Reisende oder Urlauber kennt die Problematik. Die Handy-Nutzung im Ausland war oftmals mit horrenden zusätzlichen Kosten verbunden. Sobald der Kunde eines deutschen Mobilfunkanbieters in ein anderes Land gereist ist, hat sich die SIM-Karte eines Mobilgerätes mit einem ausländischen Handynetz verbunden. Haben Kunden dann mit ihren deutschen Tarifen telefoniert oder gesurft, konnten die ausländischen Mobilfunkanbieter zusätzliche Kosten in Form der Roaming – Gebühren geltend machen. Diese zusätzlichen Kosten haben die Mobilfunkanbieter den eigenen Kunden in Rechnung gestellt.

Was ändert sich ab dem 15. Juni?

Ab dem 15. Juni gelten nun neue Regeln. Nach endlosen Verhandlungen konnten sich Vertreter des EU-Parlaments und der EU-Mitgliedsstaaten auf die Festlegung neuer Regelungen in Bezug auf die Roaming – Gebühren einigen. Die neuen gedeckelten Gebühren werden nicht mehr an die Kunden weitergegeben, sondern von den Mobilfunkunternehmen untereinander abgerechnet. Nachdem bereits in den letzten Jahren die Roaming – Gebühren Schritt für Schritt gesenkt wurden, können Mobilfunkkunden nun ab dem 15. Juni 2017 ohne Zusatzkosten im EU-Ausland mobil telefonieren und im Internet surfen.

Mobilfunk-Nutzung wie zu Hause

Konkret nutzen deutsche Mobilfunkteilnehmer ab Juni ihren laufenden Mobilfunk-Vertrag im EU-Ausland zu gleichen Konditionen wie in Deutschland. Freikontingente und Tarifpreise gelten dann auch im Reiseland und können ohne weitere Kosten genutzt werden.

Für welche Länder gelten die neuen Regelungen?

Die neuen Regelungen gelten grundsätzlich für alle 28 EU-Staaten. Darüber hinaus gelten die Regelungen auch für die Länder Island, Norwegen und Liechtenstein. Nähere Informationen zu den eigenen Tarifkonditionen, müssen Mobilfunk-Kunden den Allgemeinen Geschäfts- oder Tarifbestimmungen des eigenen Anbieters entnehmen.

Vorsicht: Roaming nur in Europa abgeschafft

Mobilfunkkunden müssen sich stets bewusst sein, dass die Roaming-Gebühren nur innerhalb der festgelegten Ländern abgeschafft werden. Die Smartphone-Nutzung in anderen Teilen der Welt, bleibt weiterhin teuer.

Günstige Auslands-Tarife dauerhaft in Deutschland nutzen?

Die einzelnen Preise für Mobilfunkangebote unterscheiden sich in den europäischen Ländern teilweise erheblich. In manchen EU-Ländern sind beispielsweise bis zu 50 Gigabyte Datenvolumen bereits für rund 20 Euro monatlich erhältlich. In Deutschland erhält man für den Preis derzeit oft nicht mehr als 3 Gigabyte Internet-Volumen. Vorsicht geraten ist allen Schnäppchenjägern, die ab Juni 2017 einen günstigen ausländischen Mobilfunkvertrag abschließen wollen, um diesen hauptsächlich in Deutschland zu nutzen. Die neuen EU-Regeln sehen vor, dass Kunden günstige Auslandstarife nicht dauerhaft im Heimatland nutzen sollen. Daher dürfen ausländische Kunden Mobilfunkverträge nur abschließen, wenn diese im jeweiligen EU-Land wohnen oder zumindest eine stabile und langfristige Verbindung in das Land haben. Im Falle eines Missbrauchs – also der dauerhaften Nutzung eines ausländischen Tarifs in einem anderen EU-Land – kann der ausländische Mobilfunkanbieter abgeschlossene Verträge einseitig kündigen. Abzuwarten bleibt, ob und wie ausländische Mobilfunkunternehmen die dauerhafte Nutzung eines Tarifs in einem anderen Land sanktionieren werden. Mit Geldstrafen ist derzeit nicht zu rechnen. Auch gibt es keine klaren Grenzen, ab wann eine Nutzung als missbräuchlich bewertet wird.

Mögliche Erhöhung der Inlandstarife

Verbraucherschützer begrüßen die Abschaffung der Roaming-Gebühren für Endkunden in Europa. Hingewiesen wird jedoch auf die Gefahr möglicher Preissteigerungen für die Mobilfunktarife im Inland. Deutsche Mobilfunkanbieter könnten so versuchen die ausbleibenden Roaming-Gebühren durch erhöhte Preise auszugleichen. Abzuwarten bleibt daher, wie die deutschen Mobilfunkanbieter die eigenen Tarifpreise zukünftig gestalten.

Fazit

Die Abschaffung der Roaming-Gebühren in Europa ist eine große Erleichterung für Mobilfunkkunden. Endlich kann der eigene Mobilfunktarif auch im EU-Ausland ohne Zusatzkosten genutzt werden. Horrende Handy-Rechnungen nach der Nutzung des eigenen Telefons im Ausland werden so der Vergangenheit angehören. (NH)

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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