Telekommunikation

Quo Vadis Netzneutralität?! Deutsche Telekom hält bei Startups die Hände offen

Nur einen Tag nachdem die Abgeordneten im Europäischen Parlament mehrheitlich für eine Aufweichung der Netzneutralität gestimmt haben, veröffentlicht die Telekom ein Statement des Vorstandsvorsitzenden Timotheus Höttges. Dieses Statement dürften Netzaktivisten mit Schrecken verfolgt haben. Nach dem Plan der Telekom sollen Startups, die auf gute Übertragungsqualität angewiesen sind, sich diese gegen eine „Umsatzbeteiligung von ein paar Prozent“ sichern können.

Quo Vadis Netzneutralität?! Deutsche Telekom hält bei Startups die Hände offen© ferkelraggae-Fotolia

Quo Vadis Netzneutralität?! Deutsche Telekom hält bei Startups die Hände offen© ferkelraggae-Fotolia

 

Fairer Beitrag für die Nutzung der Infrastruktur

Der Vorschlag der Telekom, welcher bereits einen Tag nachdem das EU- Parlament am 27. Oktober 2015 dem Gesetzentwurf zur Netzneutralität zugestimmt hat, sorgt für heftige Kritik. Den Befürchtungen der Netzaktivisten entgegnet der Vorstandsvorsitzende der Telekom Höttges damit, dass die Vorgehensweise der Telekom ein „fairer Beitrag für die Nutzung der Infrastruktur“ sei. Außerdem würden Zusatzleistungen für eine bessere Übertragungsqualität für „mehr Wettbewerb im Netz“ sorgen.

Risiko für europäische Gründer

Ob durch solche finanziellen Zusatzleistungen mehr Wettbewerb entstehen wird bleibt fraglich. Zudem könnte diese Idee der Telekom eher als Blockade für europäische Gründer fungieren, da im Vergleich zum Silicon Valley das Risikokapital von Startups in Europa deutlich begrenzter ist. Der Vorschlag der Telekom bleibt weiterhin kritisch zu betrachten, da die finanziellen Auswirkungen für europäische Startups noch kaum abzuschätzen sind.

Unterschied zwischen unsicheren und gesicherten Diensten?

Der Vorschlag der Telekom ist jedoch nicht nur begrenzt auf Startups, wenn diese eine bessere Übertragungsqualität benutzen. Dementsprechend lässt Höttges es offen, ob dieses Modell der kostenpflichtigen Zusatzleistungen auch auf andere Dienste ausgeweitet werden soll. So könne es gut sein, dass in Zukunft z.B. Online Spiele durch Aufpreis auch in einer sicheren Version angeboten werden. Die Internetgesellschaft würde sich dann in zwei Klassen aufteilen. Diejenigen die für qualifiziertere Dienste keine Zusatzleistungen tätigen wollen, bleiben dabei im Zweifel zurück. (THS)

Sicherlich ist das folgende Video ebenfalls interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×