Telekommunikation

Mutmaßliche Telefon-Abofallen Betrüger gefasst

Den mutmaßlichen Tätern einer Bande wird vorgeworfen, dass Sie über die Firma Telomax einen Beitrag in Höhe von insgesamt 1,6 Millionen Euro unbemerkt über den eigenen Telefonanbieter der Opfer eingezogen haben.


 Bildnachweis:/Telefon/ND Strupler/CC BY 2.0/Some rights reserved

Das Ganze soll sich etwa laut ZDNet sowie Heise Online folgendermaßen abgespielt haben: Die betreffenden Mitarbeiter riefen von Callcentern insbesondere Senioren an. Dabei behaupteten sie, dass die Betroffenen angebliche Benzingutscheine und Kosmetikgutscheine gewonnen hätten. Durch eine manipulative Gesprächsführung schwatzten sie ihren Opfern die Eintragung in über 200 Gewinnspielen zum wöchentlichen Abopreis in Höhe von 9,90 € wöchentlich auf.

Im Folgenden zogen sie die angeblich fällig gewordenen Forderungen einfach über den Telefonanbieter ein, ohne die Betroffenen darüber in Kenntnis zu setzen. In der Rechnung des Telefonanbieters wurden diese Kosten ohne nähere Erläuterung als Mehrwertdienstleistungen der Firma Telomax ausgewiesen. Dies soll bis Februar 2011 möglich gewesen sein.

Den Beschuldigten wird nunmehr von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, dass sie sich diese Möglichkeit des Einzugs missbrächlich bei über 100.000 Telefonkunden zunutze gemacht haben sollen. Sie sollen gewusst haben, dass in Wirklichkeit gar keine wirksame Forderung bestanden hat.

Dieser Fall macht erneut deutlich, dass Sie als Verbraucher Ihre Telefonrechnungen sorgfältig und regelmäßig kontrollieren sollten. Dann können Sie sich gegen den Einzug rechtzeitig zur Wehr setzen.

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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