Telekommunikation

Bundesnetzagentur schlägt neue Tarife für „letzte Meile“ vor

Die Bundesnetzagentur hat vorgeschlagen, das Entgelt für die Teilnehmeranschlussleitung, auch die „letzte Meile“ genannt, zu erhöhen.

Der Vorschlag der Bundesnetzagentur sieht demnach vor, dass die Telekom für die Anmietung der TAL am Hauptverteiler künftig 10,19 Euro anstelle der bislang 10,08 Euro pro Monat von ihren Wettbewerbern verlangen darf, so die Meldung der Bundesnetzagentur. Nach Angaben des Branchenmagazins digitalfernsehen.de hatte die Telekom jedoch im Januar 2013 ursprünglich ein TAL-Entgelt von 12,37 Euro je Anschluss und Monat angestrebt. Der Hauptverteiler ist der zentrale Punkt im Netz der Telekom, ab dem die einzelnen Kupferleitungen zu den Endkunden führen.

Für den Zugang zur TAL an einem Kabelverzweiger (das sind die grauen Verteilerkästen am Straßenrand) jedoch dürfte die Telekom nach dem Entscheidungsentwurf ihren Wettbewerbern künftig nur noch 6,79 Euro monatlich statt bisher 7,17 Euro in Rechnung stellen, so die Meldung weiter.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, sagte dazu: „Die moderate Erhöhung des Preises für den Zugang zur letzten Meile am Hauptverteiler und die Absenkung des Überlassungsentgelts für die kürzere Kabelverzweiger-Variante sind das Ergebnis eines sehr sorgfältig und transparent durchgeführten Genehmigungsverfahrens. Wie in den letzten Genehmigungsrunden wurden die Entgelte wieder auf der Basis aktueller Wiederbeschaffungskosten ermittelt. Dadurch lassen sich nach wie vor am besten Anreize für Investitionen in moderne Telekommunikationsnetze setzen. Zu niedrige Preise würden bereits getätigte Investitionen entwerten sowie neue beeinträchtigen und damit den Regulierungszielen zuwider laufen.“

Zudem habe man vorgeschlagen, die Laufzeit von zwei auf drei Jahre zu erhöhen, um so für mehr stabile Rahmenbedingungen im deutschen Telekommunikationsmarkt zu sorgen.

Vorschlag erntet auch Kritik

Doch der Vorschlag stößt nicht überall auf Zustimmung. Thomas Ellerbeck, Geschäftsführer bei Vodafone Deutschland, kritisierte die Entscheidung der Aufsichtsbehörde und sagte: „Die Bundesnetzagentur zementiert das Telekom Monopol im Festnetzbereich statt es mutig und im Sinne der Verbraucher abzubauen. Sie bremst damit Investitionen und Wettbewerb im deutschen Festnetzmarkt weiter aus.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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