Telekommunikation

Betrüger geben sich als Verbraucherschützer aus

Wer anscheinend einen Anruf von einer Verbraucherzentrale erhält, sollte vorsichtig sein. Dahinter könnten auch Kriminelle stecken, die Sie abzocken wollen.

Betrüger geben sich als Verbraucherschützer aus PictureP.-Fotolia

Die Betrüger gehen dabei raffiniert vor. Sie geben sich am Telefon als Mitarbeiter „der Juristischen Rechtsabteilung Datenschutz“ der Verbraucherzentrale Berlin aus. Der Anrufer bietet dabei rechtliche Unterstützung bei dem Eintreiben von Forderungen gegenüber unseriösen Glücksspiel Anbietern im Internet an.

Opfer sollen 4.800 Euro an „Verbraucherschützer“ zahlen

Den gibt es allerdings nicht gratis. Der Angerufene soll dafür eine Gebühr in Höhe von 4.800 Euro zahlen. Dabei wird die Faxnummer der Verbraucherzentrale Berlin angezeigt. Vor dieser Abzocke warnt derzeit die Verbraucherzentrale Berlin in einer aktuellen Meldung.

Betrüger verlangen Vorkasse

Betrüger bedienen sich häufig dieser Masche. Dabei behaupten sie beispielsweise, dass sie gegen Anbieter von unseriösen Gewinnspielen im Internet oder auch am Telefon vorgehen wollen. Häufig versprechen sie ihren Opfern rechtlichen Beistand. Dabei bieten sie etwa an, dass sie ihre Interessen vor Gericht vertreten. Allerdings verlangen sie hierfür, dass der Angerufene in Vorleistung tritt. Er soll dafür zunächst einen bestimmten Geldbetrag überweisen. Dafür geben die Kriminellen normalerweise eine ausländische Kontoverbindung an.

Identitätstäuschung: Rufnummer von Verbraucherzentrale wird angezeigt

Keinesfalls sollten Sie derartigen Forderungen nachkommen. Das gilt gerade auch dann, wenn im Display die Rufnummer einer Verbraucherzentrale angezeigt. So etwas ist leicht möglich durch sogenanntes „Call ID Spoofing“. Hierdurch können die Betrüger gezielt ihre Identität verschleiern.

Wie sich Verbraucher gegen Abzocke schützen können

Hierdurch können Sie sich schützen, indem Sie auflegen und selbst die jeweilige Verbraucherzentrale anrufen. Die Nummer sollten Sie eigenständig recherchieren. So etwas gibt es in zahlreichern Varianten. Die Abzocker geben sich beispielsweise als Polizisten, Staatsanwälte oder Finanzbeamte aus. Eventuell bedrohen die Angerufenen ihre Opfer sogar. Hierdurch sollten Sie sich keinesfalls einschüchtern lassen. Insbesondere bei angeblichen Polizisten sollten Sie auflegen und dann die 110 wählen. Zwar steht Ihnen gegenüber den Betrügern normalerweise ein Anspruch auf Rückzahlung zu. Diesen können Sie jedoch nur schwierig zurück fordern, weil hierzu die Identität der Kriminellen ermittelt werden muss. (HAB)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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