Alle Artikel mit dem Tag "Abmahnindustrie"

AG Frankfurt weist Filesharing Klage gegen Familienvater ab

Die Abmahnindustrie musste in einem aktuellen Filesharing Verfahren eine Niederlage vor dem Amtsgericht Frankfurt am Main einstecken.

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Filesharing Sieg von WBS – Gerichte berufen sich auf BGH Urteil

Der Bundesgerichtshof hat in einem von WILDE BEUGER SOLMECKE geführten Filesharing Verfahren eine Grundsatzentscheidung getroffen. Dass dies ein wichtiger Sieg gegenüber der Abmahnindustrie war, ergibt sich aus mehreren aktuellen Gerichtsentscheidungen.

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Filesharing über Familienanschluss – Sieg vor dem AG Frankfurt

Abmahner haben bei Filesharing über einen Familienanschluss oft wenig zu lachen. Dies ergibt sich aus einer für unseren Mandanten erstrittenen Entscheidung des Amtsgerichtes Frankfurt am Main (Az. 30 C 1138/15 (47)).

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Filesharing Sieg von WBS – Spitzen Urteil aus Stuttgart!

Die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE hat einen bemerkenswerten Filesharing Erfolg vor dem Amtsgericht Stuttgart errungen. Das Gericht weist zu Recht darauf hin, dass die Abmahnindustrie durch kein „Sonderbeweisrecht“ privilegiert werden darf.

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Filesharing – IP-Adressen-Ermittlungsfehler teils über 50%

Immer häufiger sind Gerichte in Filesharing Verfahren nicht automatisch von der Ermittlung des richtigen Anschlussinhabers überzeugt. Dies gilt besonders, wenn die zugehörige IP-Adresse  nur einmal ermittelt wurde. So war es auch in einem Fall, in dem die Kanzlei Rasch gegen einen unserer Mandanten vorgegangen war.

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Filesharing – Einmalige Ermittlung von IP-Adresse reicht nicht wegen hoher Fehlerquote

Wenn in einem Filesharing Verfahren die IP-Adresse eines Anschlussinhabers nur ein einziges Mal ermittelt worden ist, so ist dieses Ergebnis mit großer Vorsicht zu genießen. Denn zumindest hier kommt es häufig zu Ermittlungspannen. Dies ergibt sich aus einer aktuellen Entscheidung des Amtsgerichtes Köln.

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Filesharing: Eltern sollen ihr Kind ans Messer liefern–fragwürdiges Urteil des OLG München

Update 18.01.2016: Uns liegen inzwischen die vollständigen Entscheidungsgründe vor. Aus diesen geht hervor, dass das OLG München offenbar der Auffassung ist, dass dem Schutz der Eigentumsgewährleistung (Art. 14 GG) der Rechteinhaber ein größeres Gewicht beizumessen sei als dem Schutz von Ehe und Familie (Art. 6 Abs. 1 GG):

„Entgegen der Auffassung der Beklagten steht die Grundrechtsverbürgung des Art. 6 Abs. 1 GG, nach der Ehe und Familie unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung stehen, dieser zivilprozessualen Obliegenheit nicht entgegen. Denn Art. 6 Abs. 1 GG gewährt keinen schrankenlosen Schutz gegen jede Art von Beeinträchtigung familiärer Belange; vielmehr sind auch die gegenläufigen Belange der Klägerin, deren Ansprüche ihrerseits den Schutz der Eigentumsgewährleistung des Art. 14 GG genießen, zu berücksichtigen. Diesen kommt im Streitfall ein Gewicht zu, das es rechtfertigt, dass sich die Beklagten im Einzelnen dazu erklären müssen, wie es zu den – unstreitig über ihren Internetanschluss erfolgten – Rechtsverletzungen aus der Familie heraus gekommen sei; andernfalls könnten die Inhaber urheberrechtlich geschützter Nutzungsrechte bei Rechtsverletzungen vermittels von Familien genutzter Internetanschlüsse ihre Ansprüche regelmäßig nicht durchsetzen.“

Dass dieses unserer Auffassung nach falsche Abwägungsergebnis auf wackligen Beinen steht, hat das OLG München offenbar auch selbst erkannt und die Revision ausdrücklich zugelassen.

Unabhängig davon enthält das Urteil aber auch einige interessante Ausführungen zur systematischen Einordnung von tatsächlicher Vermutung und sekundärer Darlegungs- und Beweislast in Filesharing-Verfahren:

„Voraussetzung für das Eingreifen der tatsächlichen Vermutung der Täterschaft des Inhabers eines Internetanschlusses ist allerdings nicht nur das Vorliegen einer Verletzungshandlung, die von diesem Internetanschluss ausging, sondern – im Falle der hinreichenden Sicherung des Anschlusses – auch, dass der Anschluss nicht bewusst anderen Personen zur Nutzung überlassen wurde […].“

Und weiter:

„Entspricht der Anschlussinhaber seiner sekundären Darlegungslast, ist es wieder Sache des Anspruchstellers, die für eine Haftung des Anschlussinhabers als Täter einer Urheberrechtsverletzung sprechenden Umstände darzulegen und nachzuweisen (vgl. BGH, a. a. O., – Tauschbörse III Tz. 37 a. E.); dazu muss er entweder beweisen, dass entgegen dem substantiierten Vorbringen des Anschlussinhabers doch kein Dritter Zugriff auf den Anschluss hatte, und sich anschließend auf die dann geltende tatsächliche Vermutung berufen, oder er muss unmittelbar – ohne Inanspruchnahme der tatsächlichen Vermutung – die Täterschaft des Anschlussinhabers beweisen.“

Kommt der beklagte Anschlussinhaber also seiner sekundären Darlegungslast inhaltlich nach, indem er nicht nur die Personen mit Zugriffsmöglichkeit zum Tatzeitpunkt, sondern auch das Ergebnis seiner zumutbaren Nachforschungen mitteilt, muss er diesen Vortrag nach Auffassung des OLG München nicht beweisen. Vielmehr sei es dann Sache des Anspruchstellers, das Gegenteil (keine Zugriffsmöglichkeit anderer Personen bzw. Täterschaft des Anschlussinhabers) zu beweisen.

Aber auch im vorliegenden Fall, dass das Gericht die Anforderungen an die sekundäre Darlegungslast aufgrund des nicht mitgeteilten Ergebnisses der Nachforschungen nicht als erfüllt ansieht, sind nach Ansicht des Senats nicht sämtliche Verteidigungsmöglichkeiten abgeschnitten. So führt das OLG München weiter aus:

„Entspricht der Anschlussinhaber dagegen seiner sekundären Darlegungslast nicht, ist zugunsten des Anspruchstellers dessen Vorbringen zugrunde zu legen (vgl. BGH NJW 2010, 2506 Tz. 26 m. w. N.), das die tatsächliche Vermutung der Täterschaft des Anschlussinhabers begründet. Dann muss zu deren Widerlegung der Anschlussinhaber den Beweis führen, dass auch andere als Täter in Betracht kommen.“

Wenn die Kinder der beklagten Ehegatten sich also vorliegend nicht auf das ihnen zustehende Zeugnisverweigerungsrecht berufen, sondern glaubhaft bestätigt hätten, dass sie zur streitgegenständlichen Zeit Zugriff auf den Internetanschluss nehmen konnten, hätten die Beklagten die gegen sie streitende tatsächliche Vermutung wohl erschüttert bzw. entkräftet, weil dann erwiesenermaßen auch andere Personen als Täter der Rechtsverletzung in Betracht gekommen wären.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass das OLG München zwar die Anforderungen an die sekundäre Darlegungslast und insbesondere die Nachforschungspflichten des beklagten Anschlussinhabers mit Blick auf den Schutz der Familie überspannt. Die auch im Leitsatz der Entscheidung festgehaltenen Grundsätze zur Darlegungs- und Beweislast in Filesharing-Verfahren sind dagegen durchaus zu begrüßen. (Update Ende)

Das Oberlandesgericht München hat in einem Filesharing Verfahren eine zweifelhafte Entscheidung zugunsten der Abmahnindustrie getroffen. Eltern sollen als Anschlussinhaber für eine nicht begangene Tat haften, weil sie ihr Kind nicht an den Pranger stellen wollen.

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Filesharing: AG Hamburg lässt Musikindustrie erneut abblitzen

Bei Abmahnungen im Filesharing Bereich darf die Musikindustrie keine zu strengen Anforderungen an die Nachforschungspflichten des Anschlussinhabers stellen. Dies hat das Amtsgericht Hamburg in einer aktuellen Entscheidung klargestellt.

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Anti-Abmahn-Gesetz: Schutz vor überzogenen Filesharing-Abmahnungen fraglich

Die Bundesregierung will angeblich Verbraucher vor Abmahnmissbrauch schützen. Ob ihr das durch den von ihr vorgelegten Gesetzesentwurf gelingt, ist allerdings sehr zweifelhaft.

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Herunterladen von geschützten Musik-Snippets: Bald keine Urheberrechtsverletzung mehr?

Internet-Nutzer dürfen bislang nicht einfach urheberrechtlich geschützte Musik verwenden. Das könnte in naher Zukunft anders werden.

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