Strafrecht

Ermittler nehmen Darknet-Marktplätze Hansa Market und AlphaBay vom Netz

Ermittlern der US-Bundespolizei FBI, Dutch National Police und dem Bundeskriminalamt ist mit der Schließung der beiden Darknet-Marktplätze ein wichtiger Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen. Die Behörden konnten zudem viele tausend Nutzerdaten von Hansa Market sicherstellen. Die festgenommenen deutschen Betreiber von Hansa Market waren offenbar dieselben wie die der ebenfalls geschlossenen Plattform LuL.to.

Im Juli dieses Jahres wurde zunächst „AlphaBay“ von den Strafverfolgungsbehörden vom Netz genommen. Der Darknet-Marktplatz war mit 200.000 Mitgliedern und 40.000 Anbietern der größte Umschlagplatz für Drogen aller Art, Chemikalien, gestohlene Ausweispapiere, gefälschte Ware, Malware, Hacking-Tools und Schusswaffen. Seit der Eröffnung im Dezember 2013 sollen alleine auf diesem Marktplatz Waren im Wert von ungefähr einer Milliarde Dollar verkauft wurden sein. Gleichzeitig mit der Schließung der Internetplattform im Juli verhafteten Polizisten den in Thailand lebenden Gründer und Administrator der Website, einen 26-jährigen Kanadier.

Der nun ebenfalls geschlossene „Hansa Market“ war laut Behörden die Nummer drei im Darknet als Umtauschplatz für illegale Waren. Auf Hansa Market waren mehr als 350.000 illegale Waren im Angebot. Im Gegensatz zu AlphaBay aber keine Waffen und pornographischen Inhalte. Vor der Schließung von AlphaBay fanden auf Hansa Market täglich bis zu 1.000 Transaktionen pro Tag statt. Diese Zahl stieg nach der Schließung der Nummer 1 im Darknet auf 8.000 am Tag an. Die Schließung auch dieses Marktplatzes war somit ein wichtiger Schlag gegen kriminelle Aktivitäten im Darknet.

Betreiber von Hansa Market wohl dieselben wie von LuL.to

Die Plattform Hansa Market wurde, anders als AlphaBay, von zwei Deutschen betrieben. Bertreiber sollen zwei 30- und 31- jährigen Deutschen gewesen sein. Offenbar handelte es sich um dieselben, die auch das kürzlich vom Netz genommene Portale LuL.to betrieben haben. Sie befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

Nicht nur Nutzerdaten wurde diesmal sichergestellt, sondern auch viele unverschlüsselte Nachrichten zwischen Käufern und Verkäufern sowie Lieferadressen.

Die Behörden konnten deswegen so viele Informationen erhalten, weil sie bereits einen Monat vor Schließung der Plattform den Quellcode der Seite ändern und so 4 Wochen lang unverschlüsselt jeglichen Austausch zwischen Käufern und Verkäufern mitlesen konnten.

Derzeit häufen sich die Schläge der Ermittler gegen Darknet-Portale: Ebenfalls im Juli war ein Kinderporno-Portal mit über 80.000 Nutzern vom Netz genommen worden.

fsc/ahe


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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