Strafrecht

Darknet – Kinderpornographie-Portal mit 87.000 Nutzern abgeschaltet

Dem Bundeskriminalamt und der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main ist ein großer Schlag im Kampf gegen Kinderpornographie gelungen: Die Betreiber eines Darknet-Portals mit kinderpornographischen Inhalten konnten festgenommen und das illegale Portal vom Netz genommen werden.

Darknet

Darknet

Kinderpornographie im Internet ist großes Problem. Der Besitz und die Verbreitung von Kinderpornoprafie in Deutschland sind nach § 184b Strafgesetzbuch (StGB) verboten. Jedes Jahr werden zehntausende Menschen identifiziert und strafrechtlich belangt, die im Besitz von Kinderpornoprafie waren oder diese verbreitet haben. Die Dunkelziffer der Taten wird weitaus höher liegen, da die die Täter häufig professionell organisiert sind und geschickt die Möglichkeiten des Darknets nutzen, um die eigene Identitäten zu verschleiern.

Das Bundeskriminalamt (BKA) kämpft mit großem Einsatz gegen Kinderpornografie im Internet. Nun ist den Ermittlern des BKA in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main ein großer Erfolg im Kampf gegen Kinderpornographie im Internet gelungen.

Darknet-Plattform “ELYSIUM” abgeschaltet

Die Ermittler konnten in den letzten fünf Wochen umfangreiche Ermittlungen wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der bandenmäßigen Verbreitung kinderpornographischer Schriften zu einem erfolgreichen Ende führen. Festgenommen wurden sowohl die mutmaßlichen Verantwortlichen der kinderpornographischen Darknet-Seite “ELYSIUM” als auch Mitglieder des Portals. Die Plattform selbst wurde bereits vom Netz genommen und abgeschaltet.

Die ELYSIUM-Plattform was als Forum aufgebaut und seit Ende 2016 in Betrieb. Der Zugang zu den verbotenen Inhalten des Forums war dabei nur über das Darknet möglich. Die im Forum zugänglichen Inhalte bestanden unter anderem aus Bild- und Videoaufnahmen, die schwersten sexuellen Missbrauch von Kinder- und Kleinstkindern zeigten.

Nach offiziellen Informationen soll das Forum innerhalb der kurzen Zeit von über 87.000 Mitgliedern genutzt worden sein. Ziel war der weltweite Austausch von Kinderpornographie. Darüber hinaus wurde das Forum auch genutzt, um Verabredungen zum sexuellen Missbrauch von Kindern zu treffen.

39-jähriger mutmaßlicher Hauptverantwortlicher in Haft

Der Administrator des Forums wurde am 12.06.2017 nach einer Durchsuchung seiner Wohnung festgenommen und sitzt seit dem 13.06.2017 in Untersuchungshaft. Dem 39-jährigen aus dem Landkreis Limburg-Weilburg wird die bandenmäßige Verbreitung kinderpornographischer Schriften vorgeworfen. Weitere 14 Tatverdächtige wurden vor allem in Deutschland und Österreich verhaftet.

Den Verdächtigen wird unter anderem der sexuelle Missbrauch von Kindern vorgeworfen. In anderen Fällen sollen Tatverdächtige auch die eigenen Kinder auf der Plattform zum Missbrauch durch andere Forenmitglieder angeboten haben. Den entscheidenden Hinweis soll eine Volksschullehrerin aus Wien geliefert haben. Diese habe ein sieben Jahre altes Missbrauchsopfer auf einem Bild erkannt. Der 28 Jahre alte Vater soll das Mädchen und die zwei jüngeren Brüder über Jahre schwer sexuell missbraucht und die Taten gefilmt haben.

chb

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.