Stoffentwicklungsverträge – Exposé-, Treatment- und Drehbuchvertrag

Von grob bis detailliert. So kann der Verlauf von der Herstellung eines Exposés bis hin zum Drehbuch beschrieben werden. Ob auf der Grundlage eines Werkes oder basierend auf einer Idee, auch für die Entwicklung der einzelnen Stoffentwicklungsstufen sind Verträge abzuschließen.

Notwendigkeit des Vertrags

Die Erstellung eines Drehbuchs erfolgt häufig in drei Stufen. Von einem Exposé über ein Treatment hin zu einem Drehbuch.

Das Exposé ist die mehrseitige Zusammenfassung des Films in Prosaform, durch die der Film in den wesentlichen Zügen erkennbar wird. Wird diese Zusammenfassung um Details zu einzelnen Charakteren, Handlungen und Szenen ergänzt, liegt ein Treatment vor.

Werden diesem Treatment weitergehende Darstellungen von handelnden Personen, dem Geschehen und den Handlungsorten, sowie der Szenengestaltung und des Ablaufs hinzugefügt, liegt das gewünschte Drehbuch vor.

Unabhängig davon welches der drei Stadien der Stoffentwicklung erreicht werden soll, ein Vertrag ist stets abzuschließen. Die Verträge unterscheiden sich im Wesentlichen nur in der Bezeichnung. Es ist möglich einen Exposévertrag mit Option auf ein Treatment- oder Drehbuchvertrag zu schließen. Auch drei einzelne Stoffentwicklungsverträge sind denkbar. Diese Dreistufigkeit führt dazu, dass die gegenseitigen Verpflichtungen vertraglich genau festzuhalten sind, auch wenn es zunächst nach einem simplen Verhältnis zwischen Produzent und Autor klingt.

Inhalt des Vertrags

Ein Stoffentwicklungsvertrag beinhaltet hauptsächlich werkvertragliche Elemente und kommt zwischen Autor und Filmproduzent zustande. Das heißt, dass der Autor in erster Linie dazu verpflichtet ist, das Werk innerhalb einer bestimmten Frist zur Abnahme vorzulegen.

Das Werk ist im Vertrag hinreichend genau zu bestimmen. Um welches Genre handelt es sich? Gibt es einen Arbeitstitel? Welche Filmlänge ist geplant?

Dem Filmproduzenten ist eine gewisse Lesezeit einzuräumen nach deren Ablauf er ein vertragsgemäß hergestelltes Werk abnehmen muss.

Auch die Auswertungsrechte des Produzenten sollten vertraglich festgehalten werden. Dem Produzenten kann daran gelegen sein, das Werk in verschiedenen Marktsegmenten zu verwerten. In Betracht kommt unter anderem die Herstellung verschiedener Fassungen des Werkes zur Kino-, Tv-, Bühnen-, Video- und Internetauswertung.

Ohne die detaillierte Festlegung der Auswertungsrechte erwirbt der Produzent kraft Gesetzes lediglich das Recht, das Werk, seine Übersetzungen, und weitere Bearbeitungen „auf alle bekannten Nutzungsarten“ auszuweiten. Dies entspricht im Zweifel nicht in ausreichendem Maße dem Interesse des Produzenten.

Insbesondere hinsichtlich des Drehbuchs kann die Einräumung des Verlagsrechts für den Produzenten von großem Interesse sein. Dieses ermöglicht ihm das Drehbuch in Buchform zu vervielfältigen und zu verbreiten und eine zusätzliche Einnahmequelle zu schaffen.

Für den Fall, dass der Produzent die Abnahme des Werks ablehnt ist vertraglich zu vereinbaren, ob er das Werk durch einen anderen Autoren weiterentwickeln oder fertigstellen lassen kann.

Der Autor sollte im Vertrag zur Geheimhaltung verpflichtet werden, da er dem Produktionsablauf sehr nahe ist.

Im Interesse des Autors ist im Falle einer Vertragsbeendigung an Ausfallhonorare und Abfindungen zu denken, sofern nicht auszuschließen ist, dass eigenschöpferische Abschnitte des Werks in späteren Fassungen verwendet werden sollen. Dem Autor wird zudem an einem Anspruch auf namentliche Nennung gelegen sein, der hinreichend konkret im Vertrag geregelt sein muss.

Zuletzt ist die Vergütung des Autors vertraglich zu regeln. Sie muss angemessen sein. Die Fälligkeit der Vergütung richtet sich nach den jeweiligen Stufen der Stoffentwicklung.

Die Beachtung dieser vielfältigen Punkte führt zu einem transparenten Verhältnis zwischen den Vertragsparteien.


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Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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