Sportrecht

Wettbetrug soll zukünftig härter bestraft werden

Die Bundesregierung hat einen neuen Gesetzesentwurf zum Thema Wettbetrug verabschiedet. Bundesjustizminister Maas betont dabei die gesellschaftliche Bedeutung sportlicher Veranstaltungen. Das neue Gesetz soll den Sport vor betrügerischen Manipulationen schützen und die strafrechtliche Verfolgung von Wettbetrügern erleichtern.

Wettbetrug soll zukünftig härter bestraft werden ©-cirquedesprit-Fotolia

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Wettbetrug als internationales Problem

Wettbetrug ist heutzutage ein internationales Problem. Betroffen sind nicht nur Nischensportarten, sondern auch die populärsten Sportarten der Welt wie Fußball und Tennis. Nach Bekanntwerden des Fußball-Wettskandals im Jahre 2005, ist das Problem von Wett- und Sportwettbetrug stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Im Zuge der damaligen Ermittlungen, hatte Robert Hoyzer zugegeben, dass er in seiner Funktion als Fußballschiedsrichter den Ausgang von Fußballspielen bewusst beeinflusst hat. Als Gegenleistung hatte er Sach- und Geldzuwendungen von professionellen Sportwettern erhalten, die regelmäßig hohe Geldsummen auf manipulierte Spiele gesetzt haben, um ohne Risiko Wettgewinne realisieren zu können.

Wettszene mit professionellen Strukturen

Wettbetrug ist heutzutage professionell und international organisiert. Der hauptsächliche Aktionsradius von Wettbetrügern, die den Spielausgang von Sportveranstaltungen durch Zuwendungen an Spieler oder Schiedsrichter beeinflussen, wird in Asien und Osteuropa vermutet. Die zivil- und strafrechtliche Verfolgung fällt in vielen Fällen schwer.

Gesetzesentwurf zu Wettbetrug soll Verfolgung von Wettbetrug erleichtern

Der von der Bundesregierung verabschiedete Gesetzesentwurf soll die Verfolgung und Bestrafung von Wettbetrügern erleichtern. Bundesjustizminister Heiko Maas möchte alles dafür tun, um die Glaubwürdigkeit des Sports zu schützen. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass verurteilten Wettbetrügern zwischen drei und fünf Jahren Gefängnis drohen. Darüber hinaus können im Falle einer Verurteilung auch Geldbußen verhängt werden. Die strafrechtliche Verfolgung von Verdächtigen soll dadurch verbessert werden, dass erleichterte Möglichkeiten zur Überwachung der Telekommunikation von Verdächtigen geschaffen werden. Strafbar werden zukünftig auch schon Absprachen mit Trainern und Schiedsrichtern, die das Ziel haben, die Verläufe von Sportereignissen manipulativ zu beeinflussen.

Mehr Fairness im Sport

Der Gesetzesentwurf stößt grundsätzlich auf positive Zustimmung auf Seiten der Sportverbände. Rainer Koch, Interimspräsident des Deutschen Fußball-Bundes, betonte, dass das Anti-Doping-Gesetz bereits wenige Monate nach seiner Einführung gezeigt hat, dass mit den Mitteln des Strafrechts erfolgreich gegen Betrug im Sport vorgegangen und der Kampf gegen die weltweite Bedrohung durch die Wettmafia erfolgreich gestaltet werden könne. (NIH)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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