Sportrecht

Ovtcharov vom Doping-Verdacht freigesprochen

Der Tischtennisspieler und Team-Europameister Dimitrij Ovtcharov ist durch den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) vom Dopingverdacht freigesprochen worden. Die Suspendierung durch den DTTB wurde mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Dimitrij Ovtcharov wurde am 23.08.2010 positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet. Die B-Probe bestätigte die positive A-Probe.


Ovtcharov hatte die Einnahme von Doping-Substanzen stets bestritten. Von Beginn an vermutete er den Grund für die positive A- und B-Probe in der Einnahme von konterminierten Nahrungsmitteln bei den China Open kurz vor dem Dopingtest im August 2010.
Der Freispruch von Ovtcharov ist eine Indizien-Entscheidung, wie es sie so im deutschen Sport noch nicht gegeben hat. Trotz positiver A- und B-Probe wird seitens des Verbands kein Verfahren gegen den Sportler eingeleitet, welches eine 2jährige Sperre zur Folge gehabt hätte. Unter Berufung auf Ermittlungsergebnisse und renommierter Experten sieht es der DTTB als erwiesen an, dass Ovtcharov das Kälbermastmittel Clenbuterol „unwissentlich aufgenommen hat“ und damit „kein schuldhafter Verstoß“ gegen die Anti-Doping-Ordnung vorliegt.

Die Entscheidung basiert auf einer geschlossenen Indizienkette, welche von Experten entsprechend bestätigt wurde. Sie stützt Ovtcharovs Darstellung, dass kontaminiertes Fleisch die Urache für den Befund in ohnehin nur verschwindend geringer Dosierung sei. Auch die negativ getestete Haarporbe sowie die Nachkontrollen von Tests vier weiterer deutscher China-Open-Starter spricht für die Darstellung des Tischtennisspielers.

Mit einer deutlich empfindlicheren und in der Praxis nicht genutzten Messmethode fanden die Experten bei diesem Quartett nicht dopingrelevante „Spuren von Clenbuterol im extrem niedrigen Konzentrationsbereich“. Die Parallelen der Ergebnisse sowie die medizinische Unsinnigkeit einer Anwendung von Clenbuterol im Tischtennis-Sport fügten sich in ein Gesamtbild zugunsten von Ovtcharov.

Der International Tischtennis-Verband (ITTF) schloss sich der Entscheidung des DTTB an. Auf Grund der eingehaltenen Regeln der deutschen Anti-Doping-Agentur bei der Untersuchung und Anhörung des Athleten werde die ITTF die Entscheidung des Deutschen Tischtennisbundes nicht anfechten.

Michael Beuger ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE. Er hat sich auf die Beratung mittelständischer Unternehmen aus der Bau-, Lebensmittel-, Kosmetik- und Werbebranche in allen wichtigen Wirtschaftsfragen, spezialisiert.

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