Social Media und Recht

ID Pflicht für Facebook

Schweizer Politikerin tritt für mehr Kontrolle in Sozialen Netzwerken ein. Für mehr Sicherheit im Sozialen Netzwerk soll nach Meinung der CVP – Nationalrätin eine Identifikation via Chipkarte sorgen. Insbesondere jüngeren Mitbürgern soll so der Zugang zu sozialen Netzwerken erschwert werden.

Nicht selten wird bei Facebook das Alter, aber auch der Name falsch angegeben. In den Nutzungsbedingungen und bei der Anmeldung wird deutlich darauf hingewiesen, dass Jugendliche unter 13 Jahren keinen Facebook – Account anlegen dürfen. Dass solche Hinweise nur wenige Kinder abschrecken, sich ein bisschen älter zu machen als sie sind, zeigen Statistiken. Bis zu 7,5 Millionen Facebook – User sollen in Wirklichkeit jünger sein, als es laut Altersbeschränkung erlaubt ist.

In ihrem Jahresbericht warnt die Organisation jugendschutz.net vor unzureichenden Jugendschutzeinstellungen beim Marktführer Facebook. Jugendliche hätten immer häufiger die Möglichkeit, mittels mobiler Geräte unkontrolliert auf jugendgefährdende Inhalte zuzugreifen.

Elektronische Identifikation auch in Deutschland möglich

Damit soll nach Meinung der CVP – Nationalrätin bald Schluss sein. Mittels ID  Card oder  USB–Stick sollen sich Nutzer identifizieren, um einen Account zu erstellen. Auch in Deutschland wäre eine solche Regelung möglich. Seit der Einführung des neuen Personalausweises im Jahr 2010, besteht beispielsweise die Möglichkeit mittels elektronischer Unterschrift,  Signaturzertifikat und Pin, persönliche Angaben im Internet zu verifizieren. Ein Zugang wäre in diesem Fall für Jugendliche unter 16 Jahren nur noch mit Einverständnis, Verifizierung durch den Personalausweis, einer Person über 16 Jahren möglich.

Datenschutzmaßnahmen von Facebook reichen nicht aus

Jugendschutz vs. Datenschutz. Datenschutzbeauftragte warnen seit längerem vor den unzureichenden Datenschutzbestimmungen des Netzwerkbetreibers Facebook. So können Personen ohne Genehmigung des Profilinhabers auf bestimmte Daten zugreifen. Privatsphäreeinstellungen seien teilweise unzureichend und unverständlich formuliert. Eine Onlineverifikation könnte dazu führen, dass noch mehr persönliche Daten in Umlauf geraten. Was Facebook mit solchen personenbezogenen Datensätzen macht, kann nur schwer kontrolliert werden. Der Schufaskandal zeigt, welches Potential in diesen Datensätzen schlummert. Eine ID – Verifizierung beim Erstellen eines Facebook-Accounts scheint, auf Grund unzureichender Datenschutzbestimmungen und fehlender Kotrollinstanzen, äußerst bedenklich.

Sicherlich sind die folgenden Beiträge interessant für Sie:

Facebook-Account für Kinder

Schufa und Facebook – Was plante die Auskunftei?

Jugendschutz.net: Facebook gefährdet den Jugendschutz
 
 
Sehen Sie zum Thema Social Media Recht auch unseren YouTube Beitrag:
 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.