Social Media und Recht

Easyjet will Passagier aufgrund eines Tweets nicht an Bord lassen

Easyjet verweigerte einem Passagier zunächst das Boarding, weil dieser sich bei Twitter kritisch über das Flugunternehmen geäußert hatte.

Flug hat Verspätung – Anschluss verpasst

Ein britischer Fluggast hatte einen Flug von Glasgow nach London gebucht. Von dort wollte er mit dem Zug weiter nach Portsmouth reisen. Als er vom Personal über die mehr als einstündige Verspätung für den Flug informiert wurde, erkundigte er sich, wann der letzte Zug vom Londoner Flughafen in die Innenstadt fährt.

Der Mitarbeiter am Gate erwies sich nicht als besonders kundenfreundlich und antwortete, dass Easyjet nur zwischen zwei Orten hin und her fliege und nicht für die ganze Reisekette verantwortlich sei. Ein Militärangehöriger, der auch zu den Passagieren gehörte, würde auch seinen Anschluss nach Portsmouth verpassen.

Fluggast ärgert sich via Twitter

Daraufhin twitterte der Fluggast: „Flug um 90 Min. verspätet. Soldat verpasst letzten Anschluss. Easyjet weigert sich die Kosten zu erstatten, um nach Portsmouth zu kommen.“

Boarding verweigert

Noch vor dem Boarding wurde der Passagier aus der Warteschlange geholt. Der Zutritt zum Flugzeug werde ihm verwehrt, erklärte das Bordpersonal. Wer sich über Twitter so schlecht über das Unternehmen äußere, dürfe nicht mitfliegen.

Am Ende ließ das Bordpersonal ihn doch in das Flugzeug steigen, nachdem dieser argumentierte, dass er doch nur seine Meinung geäußert habe und keine Bedrohung für das Unternehmen sei. Ausschlaggebend war wohl, dass in dem Gespräch herauskam, dass es sich bei dem Passagier um einen Hochschullehrer für Recht an der Universität Strathclyde in Glasgow handelte. Das Unternehmen bedauert inzwischen den Zwischenfall.

Diese Erfahrung diente dem Hochschullehrer jedenfalls als Inspiration für das Thema seiner nächsten Vorlesung: „Free speech & social media“.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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