Schutz von Name und Werktitel eines Musikstücks

Urheber von Musikwerken sind nicht selten daran interessiert, den Titel ihres Albums oder eines Songs, vielleicht sogar einzelne Textzeilen, schützen zu lassen. Zum einen kann auf diese Weise Verwechslungsgefahr verhindert werden. Zum anderen stehen einprägsame und prägnante Titel oft stellvertretend für die gesamte Arbeit eines Künstlers und sind damit nicht unerheblich für den kommerziellen Erfolg.

Kein Urheberrechtsschutz für Werktitel

Zunächst ist an einen urheberrechtlichen Schutz des Werktitels zu denken. Was jedoch schon vor etlichen Jahren nur selten von Gerichten anerkannt wurde, wird heutzutage nahezu ausnahmslos abgelehnt. Ein Argument für die Ablehnung des Urheberrechtsschutzes ist die mangelnde Individualität von Werktiteln. Da die meisten Titel lediglich aus ein paar wenigen Wörter bestehen, ist das auch nicht verwunderlich.

Auch wenn viele Künstler überzeugt sein werden, dass sie einen besonders außergewöhnlichen Titel geschaffen haben, ist ein Urheberrechtsschutz unwahrscheinlich. Das wurde nicht zuletzt durch den populären Rechtsstreit zwischen Udo Lindenberg und seinem ehemaligen Bandkollegen Olaf Kübler deutlich. Kübler behauptete Miturheber an Werktiteln wie „Johnny Controletti“ und Verszeilen wie „Dieser Rhythmus, dass jeder mit muß“ zu sein. Das Gericht urteilte sehr deutlich: „Allein originelle Namensgebungen lösen keinen Sprachwerkschutz im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG aus, weil die erforderliche Schöpfungshöhe im Sinne des § 2 Abs. 2 UrhG fehlt“ (Urteil des Landgerichts Hamburg

vom 5. Februar 2010 – 308 O 221/09).

Möglicher Schutz durch Markenrecht

Ein weiteres Argument der Gerichte einen urheberrechtlichen Schutz von Werktiteln zu versagen ist der Verweis auf das Markenrecht. Hier besteht die Möglichkeit, einen kennzeichenrechtlichen Schutz zu beantragen.

Ein solcher Schutz ist im bereich der Musik aber selten, da er im Vergleich zu den Kosten wenig Nutzen bringt. Auch hier ist ein Werktitel mit hinreichender Unterscheidungskraft erforderlich, die Anforderungen werden allerdings deutlich niedriger angesetzt. Relevanz könnte ein kennzeichenrechtlicher Schutz höchstens bei einem prägnanten und kommerziell wichtigen Albumtitel oder einer durch die Musik erschaffenen Kunstfigur haben.

Größere Relevanz hat das Markenrecht beim Schutz von Künstler- oder Band-Namen sowie eines Labels.


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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