Reiserecht

Verbraucherzentrale NRW: Airlines sollen auf Vorkasse verzichten

Die Verbraucherzentrale NRW mahnt sechs deutsche Fluggesellschaften aufgrund überzogener Vorauskasse- Forderungen ab. Denn bereits Monate im Voraus verlangen diese bei der Buchung den vollen Flugpreis. Sollten die Fluggesellschaften bis Ende Mai 2013 nicht von ihrem bisherigen Geschäftsmodell absehen, reichen die Verbraucherschützer Klage ein.

vorkasse

© ferkelraggae-Fotolia

Das Geschäftsmodell der Vorkasse ist unzulässig- diese Ansicht vertritt die Verbraucherzentrale NRW und hat insgesamt sechs Fluggesellschaften abgemahnt. Darunter Lufthansa, Germanwings, Condor , Air Berlin, Tuy Fly und Germania.

Die langen Vorauszahlungen verstoßen laut Verbraucherzentrale gegen das Prinzip der „Ware gegen Geld“. Durch das Vorauszahlen geben die Kunden den Fluggesellschaften über Monate Kredite in Millionenhöhe und gleichzeitig fehle es diesen dann an Druckmittel, um Geld zurückerhalten zu können, wenn die Airline Flugzeit, Start- oder Zielflughafen sowie die Zahl der Zwischenlandungen ändern will. Laut des Vorstands der Verbraucherzentrale, Klaus Müller, „soll der Flugpreis frühestens 30 Tage vor Abreise fällig werden und nicht Monate vorher“. Demnach müssten also Tickets zukünftig viel später bezahlt werden und nicht bereits bei der Buchung selbst.

Die deutsche Luftverkehrswirtschaft sieht keinen Änderungsbedarf und rechtfertigt ihre gängige Praxis mit dem Hinweis der Planungssicherheit. Nur so, sei es den Fluggesellschaften möglich, ihren Kunden Frühbucherrabatte und günstige Preise anzubieten. Denn „ein Buchungsverfahren mit schrittweiser Reservierung und Bezahlung führt zu mehr leeren Plätzen im Flugzeug und das verschlechtert nicht nur die Öko-Bilanz sondern macht das Fliegen teurer“, so der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes, Matthias von Randow.

Klage auch gegen Reiseveranstalter

Bei Reiseveranstaltern sind die Verbraucherschützer schon einen Schritt weiter. Gegen fünf von ihnen (TUI Deutschland, Bucher, TC Touristik, Urlaubstours und L’TUR ) hat die NRW-Zentrale bereits Klage wegen Vorauszahlungsforderungen erhoben, weil sie Vorauszahlungen zwischen 25 und 100 Prozent des Reisepreises verlangten. Hier hatten Gerichte in Dresden und Frankfurt die Verbraucher gestützt- so lehnte beispielsweise das Landgericht Frankfurt einen höheren Anzahlungsbetrag als 20 Prozent ab.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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