Reiserecht

Bei Online-Buchungsportal für Flugreisen muss Endpreis angezeigt werden

Der Europäische Gerichtshof stellte jetzt klar, dass bei  einem elektronischen Buchungssystem bei jedem Flug ab einem Flughafen der Union, dessen Preis angezeigt werden muss und den von Anfang  zu zahlenden Endpreis ausweisen soll.

Bei Online-Buchungsportal für Flugreisen muss Endpreis angezeigt werden©-cirquedesprit-Fotolia

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Der deutsche Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände beanstandete im zugrunde liegenden Fall vor deutschen Gerichten die Art der Darstellung der Flugpreise im elektronischen Buchungssystem von Air Berlin, wie es im November 2008 gestaltet war.

Buchungssystem von Air Berlin nicht ausreichend im Hinblick auf Anforderungen an die Transparenz der Preise von Luftverkehrsdiensten

Dieses Buchungssystem stellt nach der Wahl des Datums und des Abflug- und Ankunftsflughafens die möglichen Flugverbindungen in einer Tabelle dar (diese enthält u. a. die Abflug- und Ankunftszeiten). Der Endpreis pro Person wird nicht für jede aufgeführte Verbindung angegeben, sondern nur für die von Air Berlin vorausgewählte oder vom Kunden durch Anklicken ausgewählte Verbindung. Nach Ansicht des Bundesverbandes genügt diese Praxis nicht den im Unionsrecht aufgestellten Anforderungen an die Transparenz der Preise von Luftverkehrsdiensten.

Elektronisches Buchungssystem muss immer zu zahlenden Endpreis ausweisen

Der Gerichtshof der Europäischen Union entschied mit Urteil vom 15.01.2015  C-573/13, dass der zu zahlende Endpreis im Rahmen eines elektronischen Buchungssystems wie des in Rede stehenden bei jeder Angabe von Preisen für Flugdienste, einschließlich bei ihrer erstmaligen Angabe, auszuweisen ist. Dies gilt nicht nur für den vom Kunden ausgewählten Flugdienst, sondern auch für jeden Flugdienst, dessen Preis angezeigt wird.

Diese Auslegung ergibt sich sowohl aus dem Wortlaut als auch aus der Systematik und dem Ziel der Unionsregelung, die insbesondere gewährleisten soll, dass die Kunden die Preise verschiedener Luftfahrtunternehmen für Flugdienste effektiv vergleichen können.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. alfons [Mobile] sagt:

    Air Berlins Buchungssystem ist rh nicht gut.
    Die sollten verboten werden.

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