Rechtssicherheit durch Prioritätsnachweis

Unter einem Prioritätsnachweis versteht man ein Dokument, mit dem der Tag der Erschaffung eines Werks rechtssicher nachgewiesen werden soll. Wie das funktioniert erfahren sie hier in einem kurzen Überblick.

Wann ein Werk geschützt ist

Das Urheberrecht an einem Werk beginnt in dem Moment, in dem das Werk erschaffen wurde. Es muss sich also um eine „persönliche geistige Schöpfung“ nach § 2 Abs. 2 UrhG handeln. Geschützt werden durch das Urheberrecht damit im Bereich der Literatur nahezu alle Werke, vom Haiku bis zum mehrbändigen Epos. Eine Anmeldung oder Eintragung ist nicht notwendig.

Dieser Zeitpunkt ist später jedoch oftmals nicht mehr einfach rechtssicher nachweisbar. So können beispielsweise Streitigkeiten über den „echten“ Urheber entstehen. Unter anderem für solche Fälle wird ein Prioritätsnachweis als Beweis interessant.

Was ein Prioritätsnachweis leistet

Mit einem Prioritätsnachweis wird ein sogenannter Urkundenbeweis geschaffen, der insbesondere zwei Ziele verfolgt: Zum einen soll ein Zeitpunkt für die Existenz des Werks bewiesen werden, der möglichst nahe an dem tatsächlichen Schaffungszeitpunkt liegt. Zugleich soll aber auch bewiesen werden, wer der Urheber des Werkes ist. Eine andere Bezeichnung für den Prioritätsnachweis ist deshalb auch Urhebernachweis.

Wie wird ein solcher Nachweis angefertigt?

Neben einem Notar können Prioritätsnachweise / Urhebernachweise auch von Rechtsanwälten angefertigt werden. Dazu wird zum einen das Werk, bzw. eine Kopie des Werks, benötigt, zum anderen gibt der Künster (z.B. der Autor eines Gedichts) eine eidesstattliche Versicherung ab, dass er der (alleinige) Urheber des Werks ist. Diese Informationen werden in einem Dokument aufgenommen, in dem auch der sogenannte Prioritätstag aufgenommen wird. Ein solcher Nachweis kann in späteren Verfahren nur schwerlich erschüttert oder gar widerlegt werden.

Individuelle Beratung

Das Vertrauen in „alte Tricks“, wie z.B. einen an sich selbst adressierten und per Einschreiben verschickten Brief, kann später zu unerwünschten Konsequenzen führen. Denn entgegen mancher Behauptungen, sind diese kaum als Beweis geeignet. Bei weiteren Fragen rund um das Thema Prioritätsnachweis / Urhebernachweis steht Ihnen die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE gerne zur Seite.


Um Ihre Projekte auf ein sicheres Fundament zu stellen, ist eine vorherige rechtliche Prüfung ratsam. Hierbei helfen wir Ihnen! Unser Expertenteam um Rechtsanwältin Rafaela Wilde steht Ihnen unter der Rufnummer 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) gerne für eine erste Einschätzung zur Verfügung.


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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