Rechtsfall des Tages

Hochzeitsfotos von Praktikantin geschossen

Das Amtsgericht Hannover entschied, dass der volle Vergütungsanspruch für die fachmännische Ablichtung der Hochzeit nicht verlangt werden kann, wenn anstelle des ausgebildeten Fotografen dessen Praktikantin die Hochzeitsfotos macht (Az. 412 C 4005/13).

Hochzeitsfotos von Praktikantin geschossen © arahan-Fotolia

Hochzeitsfotos von Praktikantin geschossen © arahan-Fotolia

 

Schlechte Qualität der Fotos

Vereinbart war zwischen den Parteien die fachmännische Ablichtung der Hochzeit der Beklagten am 01.09.2012. Dabei sollte die Hochzeitszeremonie, die Hochzeitsfeier und das Hochzeitspaar in einer selbst gewählten Umgebung abgebildet werden. Der Preis für dieses „Basispaket 3“ betrug 799,- €, von dem der Kläger eine Restzahlung von 307,38,- € einklagte. Die Beklagten lehnten dies wegen schlechter Qualität der Hochzeitfotos ab.

Fotograf schickte Praktikantin

Die Fotos der vom Kläger geschickten Praktikantin entsprachen nicht den Vorstellungen der Beklagten, da die kirchliche Zeremonie gar nicht abgelichtet wurde, obwohl dies Gegenstand der vertraglichen Vereinbarung war. Uneinigkeit bestand zwischen den Parteien hinsichtlich der Qualität der Fotos. Die Beklagten zahlten freiwillig 150,- € gegen Herausgabe der Fotos.

Kein voller Anspruch bei Leistung durch Nicht-Fachmann

Nach Ansicht des Amtsgerichts Hannover bestehe bei Leistung durch einen Nicht-Fachmann kein weitergehender Vergütungsanspruch. Von einer Leistung wenigstens mittlerer Art und Güte könne hier nicht ohne weiteres ausgegangen werden.

Fazit

Zwar ließe sich bei der Fotografie durch die Praktikantin ggfs. über die tatsächliche Qualität der Fotos streiten. Insoweit könnte eine Leistung mittlerer Art und Güte bei entsprechendem Talent oder Kreativität der Praktikantin durchaus denkbar sein. Anders jedoch, wenn wie im vorliegenden Fall bestimmte ausdrücklich genannte Leistungen, wie das Ablichten der kirchlichen Zeremonie, gar nicht erbracht werden. Insoweit erscheint die Entscheidung des Gerichts rechtens.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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