Presserecht

Zeitung zu Honorarnachzahlung verpflichtet

 

Der Verlag des Reutlinger Generalanzeiger hat über mehrere Jahre zu niedrig ausgefallene Honorare gezahlt, entschied nun ein Gericht.

Der Verlag ist nun verpflichtet, die Honorare um rund 20 Prozent aufzustocken. Ein freier Journalist und Fotograf hatte sich die Honorarnachzahlung mit Unterstützung von ver.di vor Gericht erstritten.

© svort Fotolia

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Honorare aufgrund gemeinsamer Vergütungsregeln nachzahlen

„Dass ausgerechnet die Zeitung des Vorsitzenden des baden-württembergischen Verlegerverbandes sich nicht an die vereinbarten Mindesthonorare hält, ist eine besondere Pikanterie dieses Falles“, kommentiert der Leiter des ver.di-Landesfachbereichs Medien, Siegfried Heim, das Urteil.

Der Verlag muss die Honorare aufgrund der gemeinsamen Vergütungsregeln nachzahlen, die von den Journalisten-Gewerkschaften mit dem Bundesverband der Zeitungsverleger auf Basis des Urheberrechtsgesetzes vereinbart wurden. Den Versuch des Reutlinger Generalanzeiger, dem Journalisten eine Verschwiegenheitsklausel aufzuerlegen, hatte dieser mit Unterstützung der ver.di-Juristen abgewehrt, heißt es in der Meldung des ver.di-Landesbezirks Baden-Württemberg weiter.

Verbesserungen des Urheberrechts notwendig

Zudem seien gesetzliche Verbesserungen des Urheberrechts dringend notwendig, so der ver.di-Landesverband. Der klagende Journalist hatte nach Geltendmachung seines Anspruchs auf Honorarnachzahlung keine Aufträge mehr vom Reutlinger Generalanzeiger erhalten, dies sei ein typisches Vorgehen von Verlagen, das freie Journalisten aus Angst vor ausbleibenden Aufträgen davon abhalte, ihre gesetzlichen Ansprüche einzuklagen, so die Meldung weiter. „Wir brauchen deshalb schnellstmöglich ein wirksames Verbandsklagerecht“, fordert Heim. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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