Presserecht

Verstoß gegen die Menschenwürde bei Bild.de

Die Online-Augabe der Bild-Zeitung hat mit einem Artikel gegen die Menschenwürde verstoßen, so die Feststellung der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM).

Die Medienwächter hatten dafür einen Bericht über den Syrienkrieg auf Bild.de, der die Folgen von Bombenangriffen des syrischen Präsidenten Assad auf die Zivilbevölkerung thematisiert, geprüft.

© svort Fotolia

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Drastische Bilder

Der Artikel versuchte mit verschiedenen Fotos die Lage in Syrien zu illustrieren. Dabei wurden auch drastische Bilder von schwer verletzten oder toten Babys und Kindern gezeigt.

Die Gesichter der Kinder waren dabei unverfremdet in Nahaufnahme zu sehen, sodass die Opfer identifizierbar waren. Zudem wurde der Effekt durch die Möglichkeit zur großformatigen Darstellung durch Anklicken verstärkt, so die Meldung weiter.

Verstoß gegen Menschenwürde

Zwei der Darstellungen würden gegen die Bestimmungen zur Menschenwürde verstoßen, da die Opfer auf diesen Bildern deutlich zu erkennen seien, so die KJM nach eingehender Prüfung. Das Leiden und Sterben der Kinder werde in dieser Art zur Schau gestellt und sie würden dadurch zu Objekten der Schaulust degradiert.

Auch wenn es sich um ein tatsächliches Geschehen handelt, bestehe nach Meinung des Gremiums kein berechtigtes Interesse an dieser Art der Darstellung, da eine Verpixelung der Bilder die Aussagekraft des Artikels nicht geschmälert hätte, so die Meldung weiter.

Verstöße gegen die Bestimmung zur Menschenwürde liegen insbesondere dann vor, wenn Menschen leidend oder sterbend dargestellt und dabei zum Objekt herabgewürdigt werden. Darüber hinaus muss die Darstellung ein tatsächliches Geschehen wiedergeben, ohne dass ein berechtigtes Interesse gerade für diese Form der Darstellung oder Berichterstattung vorliegt. Reine Geschmacksfragen spielen bei Prüfungen der KJM keine Rolle.

Quelle: KJM-Pressemitteilung 05/2016 vom 10.03.2016

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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