Presserecht

VDZ: Anzahl der Zeitschriften-Titel auf Rekord-Hoch

Es ist eine erfreuliche Botschaft, die der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) bei der Jahrespressekonferenz 2012 präsentieren kann: Noch nie wurden so viele Zeitschriften gegründet, die Anzahl der Zeitschriften-Titel ist auf einem Rekord-Hoch und auch die Reichweiten wachsen stetig. Doch gerade diese Erfolgsmeldung sei auch eine Aufforderung an die Medienpolitik, so der VDZ.

Zwar seien die Zahlen ein positives Signal, dennoch bleibe die Politik gefordert, „damit die Freie Presse den Medienwandel unter fairen Rahmenbedingungen weiter gestalten kann“, so Stephan Scherzer, VDZ-Hauptgeschäftsführer.

Der Anstieg der Reichweiten ist vor allem den digitalen Medienkanälen zu verdanken. Nach Angaben der AGOF internet facts erzielen Online-Angebote der Publikumszeitschriften im Schnitt pro Monat eine Reichweite von 64 Prozent und damit mehr als jede andere Mediengattung, so die Meldung des VDZ. Bei mobilen Websites und Apps kommen die Publikumszeitschriften auf 7,81 Millionen Nutzer (41%).

Neugründungen steigen

Es ist somit nicht verwunderlich, dass die Branche optimistisch in die Zukunft blickt: Die Anzahl der Publikumszeitschriften erreichte im laufenden Jahr mit 1.511 Titeln einen neuen Höchstwert. Dies bedeutet eine Steigerung um 133 Titel seit 2009. Besonders in laufenden Jahr sei die Gesamtzahl gestiegen, die Differenz zwischen Marktein und -austritten liege zwischen Januar und September 2012 bei 72 neuen Titeln, so die Meldung des VDZ weiter.

Grund für den Erfolg sei auch, dass die Neugründungen nicht nur für den Printmarkt angelegt werden. „Heute werden neue Medienmarken bereits in der Konzeptionsphase multimedial angelegt, um die gesamte Wertschöpfungskette vom Launch an nutzen zu können. Eine multimedial aufgestellte Medienmarke kann heute leicht ein Vielfaches ihrer Reichweite erzielen und ist damit ein überaus attraktiver Player im intermedialen Wettbewerb“, so Scherzer.

Umsatzsteigerung

Auch finanziell machen sich die guten Zahlen bemerkbar: für 2012 erwarten die Zeitschriftenverleger eine Steigerung des Inlandsumsatzes der Branche auf 7,1 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 1,4%. Für 2013 erwarte man ein ähnliches Umsatzwachstum, vor allem in den digitalen Geschäftsfeldern.

Zudem können die deutschen Zeitschriftenverlage sich zunehmend auf dem internationalen Markt behaupten. Nach einer gemeinsamen Umfrage des VDZ und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG trage das Auslandsgeschäft 2015 über Print 17,3 Prozent (2012: 15,3 Prozent) und das internationale Digitalgeschäft 13,8 Prozent (2012: 8,3 Prozent) zum Gesamtumsatz bei, so die Meldung des VDZ weiter.

Nicht gestiegen sind hingegen die Zahlen im Anzeigenmarkt, hier machen sich die anhaltende Finanzkrise und die Umverteilung in andere Medienkanäle bei gleichbleibenden Gesamtinvestitionen bemerkbar. So lag der Brutto-Werbeumsatz in diesem Jahr bei 2,504 Milliarden Euro – rund 120 Millionen Euro weniger als im selben Zeitraum 2011. Auch mit den crossmedial erzielten Werbeumsätze habe man diesen Rückgang nicht vollständig ausgleichen können, so die Meldung weiter.

Leistungsschutzrecht

 Der VDZ begrüße zudem das geplante Leistungsschutzrecht. Dieses wahre die legitimen Interessen der Verlage, da es dem Veleger das Recht zusichere, selbst zu entscheiden, ob und zu welchen Bedingungen Aggregatoren seine Produkte vermarkten dürfen. Gerade dieses Entscheidungsrecht sei eine unabdingbare Voraussetzung „für jedes beliebige Geschäftsmodell und damit für jede staatsunabhängige Finanzierung der Presse im digitalen Zeitalter“, so die Meldung weiter.

EU-Datenschutz-Novelle

Kritisch hingegen brachte man die EU-Datenschutz-Novelle. Dazu sagte Scherzer: „Trotz begrüßenswerter Unterstützung aus Teilen der Politik birgt der bislang vorliegende Entwurf nach wie vor erhebliche und teilweise kaum absehbare Risiken.“ Dies gelte ebenso für die Leserwerbung wie für den Frei- und Wechselversand der Fachmedien. Auch die journalistisch-redaktionelle Datenverarbeitung müsse noch besser geschützt werden, wolle man die derzeitige Freiheit wahren. Schließlich sei noch völlig unklar, inwieweit digitale Geschäftsmodelle der Verlage beeinträchtigt würden, so die Meldung des VDZ weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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