Presserecht

TV Movie wegen Schleichwerbung gerügt

Der Presserat hat eine Rüge gegen die Zeitschrift TV Movie wegen Schleichwerbung ausgesprochen.

Die Programmzeitschrift TV Movie hat in einer ihrer Ausgaben gegen das Verbot von Schleichwerbung verstoßen. Die Zeitschrift hatte ein Interview mit dem Schauspieler Samuel Finzi veröffentlicht. Eingeleitet wurde das Gespräch mit der redaktionellen Feststellung, dass der Schauspieler gerade von einer Testfahrt mit dem neuen Skoda Superb zurückkomme. Dieser habe den Wagen in den höchsten Tönen gelobt, heißt es in der Meldung des Presserates.

© svort Fotolia

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Grenze zur Schleichwerbung überschritten

Neben dem Interview war zudem ein Foto positioniert, das Finzi mit dem Wagen zeigte. Der Beschwerdeausschuss sah hier die Grenze zur Schleichwerbung nach Richtlinie 7.2 (Schleichwerbung) des Pressekodex deutlich überschritten, da die Erwähnung des Fahrzeuges und die Veröffentlichung des Fotos in keinerlei inhaltlichem Zusammenhang mit dem Interview über die Arbeit des Schauspielers gestanden habe, so die Meldung weiter.

Rüge wegen Sensationsberichterstattung

Ebenfalls gerügt wurde die Münchener Abendzeitung Online wegen einer Verletzung von Ziffer 11 (Sensationsberichterstattung) des Pressekodex. Die Redaktion hatte einen Artikel mit einem Video veröffentlicht, das die Ermordung einer Fernsehmoderatorin in den USA während einer laufenden Sendung zeigte. Sie und ihr Kameramann wurden von einem ehemaligen Arbeitskollegen erschossen. Im Videobeitrag sei mehrfach der Moment gezeigt worden, in dem die tödlichen Schüsse fallen und die Todesschreie zu hören sind. Eine journalistische Einordnung des Geschehens im Video habe nicht stattgefunden, so die Meldung weiter. Diese Art der Berichterstattung gehe nach Ansicht des Beschwerdeausschusses über das öffentliche Informationsinteresse hinaus, sie diene in erster Linie der Befriedigung von Sensationsinteressen.

Aus Rüge wird Hinweis

Darüber hinaus hat der Beschwerdeausschuss eine am 02.06.2015 ausgesprochene Rüge gegen die Ludwigsburger Kreiszeitung wegen Ziffer 12 zurück genommen. In einem Artikel über Trickdiebstahl hatte die Zeitung die Verdächtigen als „Sinti und Roma“ beschrieben. Der Beschwerdeausschuss hatte das Verfahren wieder aufgenommen, weil bei der ersten Entscheidung nicht ausreichend berücksichtigt worden sei, dass die Bezeichnung „Sinti und Roma“ ein von der Polizei im Zuge der Fahndung verbreitetes Merkmal war, welches die Zeitung ungeprüft übernommen hatte. Daher sei dem Antrag der Zeitung auf Wiederaufnahme des Verfahrens im September stattgegeben worden. Für die Nennung der Nationalität sieht der Ausschuss nach wie vor keinen begründeten Sachbezug. Da ansonsten aber keine Diskriminierung in dem Beitrag zu erkennen war, änderte der Beschwerdeausschuss die Maßnahme von einer Rüge in einen Hinweis.

Insgesamt ergab die Sitzung des Beschwerdeausschusses 2 öffentliche Rügen, 8 Missbilligungen und 15 Hinweise. 2 Beschwerden wurden als begründet bewertet, auf eine Maßnahme wurde jedoch verzichtet, 66 Beschwerden wurden als unbegründet erachtet, so die Meldung weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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