Presserecht

Tarifverhandlungen Tageszeitung auch in dritter Runde ergebnislos

In Berlin haben gestern die dritten Gespräche der Tarifrunde Tageszeitungen stattgefunden. Auch diesmal kam es zu keiner Einigung der Parteien.

Bei den Tarifverhandlungen Tageszeitungen für rund 14.000 Redakteure haben die Zeitungsverleger die ersten Parameter für ein neues Tarifwerk vorgelegt.

„Tarifwerk Zukunft“

Im sogenannten „Tarifwerk Zukunft“ haben die Verleger ihre Position zu dem Gehalts- und Manteltarifvertrag, aber auch dem Volontärstarifvertrag und dem Vertrag über die Altersversorgung dargelegt. Über Details wolle man in der kleinen Verhandlungskommission diskutieren, heißt es in einer Meldung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Deren Verhandlungsführer Georg Wallraf lobte die Gespräche als „offen, ernsthaft, sachbezogen“.

© svort Fotolia

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Verhandlungsverlauf „enttäuschend“

Der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke hingegen bezeichnete den Verhandlungsverlauf als „enttäuschend“.

Auch der Deutsche Journalisten-Verband zeigte sich nicht vom „Tarifwerk Zukunft“ angetan. Das Konzept sehe unter anderem eine neue Einstufung von Volontären und Redakteuren in die Tarifgruppen vor. Auch würden die Verleger nicht von einer geplanten regionalen Differenzierung der Gehälter abrücken.

Zudem sei eine Besitzstandsklausel mit einer Übergangsregelung für bisher beschäftigte Redakteure vorgesehen, so die Meldung des DJV. Hinzu komme, dass die Verleger über Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie die Zahl der Urlaubstage verhandeln wollen. Generell solle der künftige Manteltarifvertrag eine längere Geltungsdauer haben.

Eher Abbau als Umbau

Für den DJV sei das „Tarifwerk Zukunft“ nach erster Einschätzung eher ein Abbau von Tarifstandards und nicht deren Umbau im Sinne einer Modernisierung. Man werde sich in den Gremien detailliert mit den Forderungen der Verleger auseinandersetzen und seine eigenen Vorstellungen einbringen, so die Meldung des DJV weiter.

Frank Werneke von ver.di ergänzte: „Abbau statt Zukunft ist die Devise. Von einer auf zeitgemäßes Arbeiten in den Redaktionen ausgerichteten Tarifpolitik erwarte ich, dass sie dem Reallohnverlust der Journalistinnen und Journalisten mit spürbaren Gehaltserhöhungen Rechnung trägt und Online- wie Printredakteuren angemessene Perspektiven in ihrer beruflichen Laufbahn eröffnet.“

Die Gespräche zwischen DJV, ver.di und dem BDZV sollen am 29. Oktober in Frankfurt fortgeführt werden.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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