Presserecht

Tarifverhandlungen: DJV kritisiert „Regionalisierung nach Kaufkraftindex“

Bislang sind die Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und den Gewerkschaften Deutscher Journalisten-Verband (DJV) und dju in Verdi ergebnislos geblieben. Am 09. Oktober 2013 sollen die Verhandlungen weitergehen – doch der DJV stellt sich schon jetzt gegen eine zentrale Arbeitgeberforderung.

Der bislang von den Verlegern vorgelegte Vorschlag sei „indiskutabel“, so der DJV. Zwar wolle auch der BDZV einen Flächentarifvertrag, jedoch unter Berücksichtung der Kaufkraft der Regionen. Gerade die Forderung nach „Regionalisierung“ wird jedoch vom DJV heftig kritisiert. Denn wenn es nach den Verlegern geht, sollen künftig die Tarifgehälter an die Kaufkraft der Region gekoppelt werden.

© svort Fotolia

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Kopplung der Tarifgehälter an Kaufkraft

Die Verleger beziehen sich dabei auf eine nach Städten und Landkreisen gegliederte Kaufkrafttabelle von MB-Research (www.mb-research.de). Demnach liegt beispielsweise der Kaufkraftindex im ostfriesischen Aurich bei 86,7, in Bautzen bei 83,5, im Bereich München jedoch bei über 138. „Der Verlegerverband schließt daraus, dass die Tarifgehälter selbst in München nicht für alle steigen dürfen: Die Kolleginnen und Kollegen bei der Süddeutschen sollen leer ausgehen, weil überregionale Titel mit dem Wert 100 taxiert werden und außen vor bleiben“, so der DJV weiter.

Abo-Preise zum Vergleich

Im Vergleich dazu hat sich der DJV die Abonnement-Preise der Verlage als wichtigste Einnahmequelle angesehen. „Wer die Kieler Nachrichten abonniert hat, zahlt dafür im Monat 30,20 Euro. Der Kaufkraftindex in Kiel liegt bei 91,4. Die Stuttgarter Nachrichten – Indexwert: 115,2 – kosten monatlich 30,90 Euro. Noch zwei Beispiele: Südwestpresse Ulm: 31 Euro, Index: 110,6. Mannheimer Morgen: 31,40 Euro, Index: 101,2“, so die Meldung des DJV weiter. Ein Zusammenhang von Kaufkraft und den Abo-Preisen sei demnach nicht ersichtlich, es dürfe daher auch nicht sein, dass Redakteursgehälter deswegen unterschiedlich hoch ausfallen, so der Rückschluss des DJV.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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