Presserecht

„Spiesser“ darf mit IVW-Zahlen werben

Das Jugendmagazin „Spiesser“ darf nun doch mit seinen IVW-Zahlen Werbung machen, so die Entscheidung des Oberlandesgerichts München. Das OLG hat damit die Klage der Heinrich Bauer Zeitschriften Verlag KG in zweiter Instanz im Wesentlichen abgewiesen.

Das Urteil des OLG München hebt somit das erstinstanzliche Verbot auf. Im vergangenen Jahr hatte der Bauer Verlag vor dem Landgericht München erwirkt, dass das kostenlose Jugendmagazin „Spiesser“ nicht mehr mit der von der IVW gezählten Auflage von über 700.000 Exemplaren um Anzeigenkunden werben dürfe.

© svort Fotolia

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Auflage bezweifelt

Der Bauer Verlag, der selbst die Jugendzeitschrift “Bravo” herausgibt, hatte bezweifelt, ob tatsächlich so viele Hefte an den Auslageorten – vornehmlich Schulen – ausliegen würden und die Schüler auch Zugang zu den Zeitschriften haben. Nach Ansicht des Bauer Verlags würde die Zeitschrift Spiesser so mit “nicht belegten Auflagenzahlen” werben.

Das OLG München hat nun das erstinstanzliche Verbot der Spiesser-Werbung mit IVW-Zahlen aufgehoben. Der Bauer Verlag muss 2/3 der Kosten des gesamten Rechtsstreits zu tragen.

In einem Nebenaspekt des Rechtsstreites ging es um die Zustimmung der Schulleiter zur Auslage an ihren Schulen. Spiesser-Geschäftsführer Frank Haring sagte dazu: „Heftig umstritten war, in welcher Form diese Zustimmung nachzuweisen ist. Die uns noch nicht vorliegende Urteilsbegründung wird uns hierüber sicherlich konkreten Aufschluss geben. Die aus dieser Frage abgeleitete Feststellung einer wettbewerbsrechtlichen Schadensersatzpflicht ist, wie Juristen wissen, von eher theoretischer Natur“, so Haring laut einer Meldung von Spiesser.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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