Presserecht

Privatsphäre: Corinna Schumacher scheitert mit Klage gegen ZDF & taz

Das Verhältnis zwischen Fotografen und Prominenten ist ambivalent: Zum einen genießen die Stars die Aufmerksamkeit der Kameras, zum anderen überschreiten einige Bildjournalisten oftmals gewisse Grenzen. Corinna Schumacher ist nun mit einer Klage gegen ZDF und taz gescheitert.

Corinna Schumacher, Gattin des im letzten Jahr schwer verunglückten Rennfahrers Michael Schumacher, hatte vor dem Landgericht Köln gegen die Veröffentlichung von Fotos geklagt, die sie auf dem Weg in die Klinik, in der ihr Mann liegt, zeigen.

© Maria.P.-Fotolia

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Permanenter Medienrummel von zeitgeschichtlicher Bedeutung

Das LG Köln hat die Klage nun abgewiesen. Nach Ansicht des Gerichts sei der Besuch in der Klinik zwar kein Ereignis der Zeitgeschichte mit einem überragenden Berichterstattungsinteresse, allerdings sei der permanente Medienrummel rund um den Krankenhausbesuch – der trotz Schumachers Bitte, sie doch in Ruhe zu lassen, nicht abebbte – durchaus ein Ereignis von zeitgeschichtlicher Bedeutung. Demnach sei die Veröffentlichung der Fotos rechtens, so das LG Köln laut einem Bericht des WDR.

Berichterstattung dient nicht Neugier

In ihren Berichten hätten sowohl das ZDF als auch die taz das Verhalten der Medien kritisch hinterfragt. So heißt es in der Urteilsbegründung: „Die Berichterstattung dient damit nicht lediglich der Befriedigung von Neugier und der Unterhaltung der Leser. Sie leistet vielmehr einen erheblichen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung, in dem der Leser in die Lage versetzt wird, sich selbst ein Urteil darüber zu bilden, ob er diese Berichterstattung wünscht.“

Privatspähre in anderen Fällen verletzt

Damit sind das ZDF und die taz anders bewertet worden als andere Medien. So hatte beispielsweise das Gericht dem Magazin „Die Aktuelle“ untersagt, die Fotos von Corinna Schumacher zu veröffentlichen. Hier sahen die Richter die Privatsphäre verletzt, da der unterhaltende Charakter des Berichts geringer zu gewichten sei als die Privatsphäre. Auch das Landgericht München hatte es drei Magazinen des Burda-Verlags untersagt, diese Fotos zu veröffentlichen.

 

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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