Presserecht

Presserat: SZ-Karikatur verletzt Pressekodex

Eine in der Süddeutschen Zeitung erschienene Karikatur verletzt nach Ansicht des Deutschen Presserats den Pressekodex. Auf Sanktionen wolle man dennoch verzichten.

Die Karikatur war am 2. Juli 2013 in der Süddeutschen Zeitung im Rahmen eines Beitrags über zwei Bücher, die sich kritisch mit der israelische Politik auseinandersetzen, erschienen.

© svort Fotolia

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Auf der Zeichnung war eine Frau zu sehen, die einem gehörnten Monster Essen bringt. Dieses sitzt mit gezücktem Besteck im Bett. Die Bildunterschrift lautete: „Deutschland serviert. Seit Jahrzehnten wird Israel, teils umsonst, mit Waffen versorgt. Israels Feinde halten das Land für einen gefräßigen Moloch. Peter Beinart beklagt, dass es dazu gekommen ist.“

Verstoß gegen Ziffer 12 Pressekodex

Der Presserat sah darin einen Verstoß gegen Ziffer 12 des Pressekodex. Darin heißt es: „Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.“

Peter Enno Tiarks, Vorsitzender des Beschwerdeausschusses 2 des Presserats, sagte dazu: „Die Karikatur ist diskriminierend und trägt dazu bei, Vorurteile gegenüber Juden und Israel hervorzurufen.“

Da sich jedoch die Redaktion selbstkritisch mit der Karikatur auseinandergesetzt und sich entschuldigt habe, verzichte man darauf, eine Maßnahme auszusprechen, so die Meldung des Deutschen Presserats weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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