Presserecht

OLG München bestätigt Verletzung der Privatsphäre von Michael Schumacher

Die Boulevardblätter haben bei der medialen Berichterstattung über den körperlichen Zustand von Michael Schumacher gegen sein Recht auf Privatsphäre verstoßen. Das Berufungsbegehren von einigen Medienunternehmen wies das OLG München zurück.

 OLG München bestätigt Verletzung der Privatsphäre von Michael Schumacher ©-cirquedesprit-Fotolia

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Das Schicksal des siebenmaligen Formel 1 – Weltmeisters Michael Schumacher erhitzt auch mehr als 2 Jahre nach seinem schrecklichen Skiunfall die Gemüter. Infolge seines Sturzes auf der Skipiste hatte Michael Schumacher sich ein kompliziertes Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Er lag mehrere Tage im Koma und es war ungewiss ob er sein Leben verlieren würde.

Kaum Informationen über den Zustand des ehemaligen Weltmeisters

Während dieser Zeit waren Informationen über den körperlichen Zustand der Rennsportlegende rar gesät. Das Medienteam um Michael Schumacher, allen voran seine langjährige Pressesprecherin Sabine Kehm, legten weitestgehend einen Mantel des Schweigens über den Vorfall und seine Folgen. Pressesprecherin Sabine Kehm veröffentlichte in Absprache mit der Familie von Michael Schumacher in unregelmäßigen Abständen jedoch Pressemitteilungen. In den Berichten über den körperlichen Zustand von Michael Schumacher schmückten insgesamt vier Zeitschriften eine dieser Pressemitteilungen von Sabine Kehm ausschweifend aus.

Ausschmückende Berichterstattung der Presse

Dagegen legten Schumachers Anwälte Unterlassungsklage ein. Michael Schumachers Medienanwalt differenziert für seine Argumentation die Ereignisse. “Der Unfall selbst war natürlich ein zeitgeschichtliches Ereignis, darüber durfte berichtet werden”, betonte der Medienanwalt in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. “Aber in dem Moment, wo die Phase der Genesung beginnt und die Öffentlichkeit auch räumlich schon ausgeschlossen wird – es spielte sich ja im Krankenhaus oder jetzt in den eigenen vier Wänden ab – da besteht kein Anspruch mehr” so der Medienanwalt.

OLG München schiebt der Boulevardpresse Riegel vor

Das OLG München bestätigte in der Verhandlung ein grundsätzliches Berichterstattungsinteresse über den körperlichen Zustand von Michael Schumacher, da der Rennfahrer einer der berühmtesten Deutschen sei. Jedoch haben laut OLG München auch solche berühmte Persönlichkeiten als Personen des öffentlichen Lebens ein Recht auf Privatsphäre. Dem ehemalige Weltmeister und seiner Familie solle damit das Recht erhalten bleiben, inwiefern die Öffentlichkeit über dieses prekäre Thema informiert wird. Der meist zügellosen Boulevardpresse sollte durch die Zurückweisung der Berufung ein deutliches Zeichen gesetzt werden. In Zukunft ist eine seriösere Berichterstattung über den Zustand von Michael Schumacher zu erwarten.(CeY)

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Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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