Presserecht

Musikindustrie begrüßt Presserat-Rüge

Der Deutsche Presserat hat bei einer Tagung in Berlin neun Rügen ausgesprochen. Eine öffentliche Rüge erhielt das PC Magazin für einen Artikel über illegale Downloads, in dem Webseiten für illegale Downloads aufgelistet und das Risiko für den Nutzer der jeweiligen Seite angegeben wurde. Dabei verwendete das PC Magazin Formulierungen wie „So haben Polizei und Abmahner keine Chance“ und „Hier saugen Profi-Piraten“. Der Artikel sei eine Verletzung des Ansehens der Presse, so die Begründung des Presserats.

Anleitungen zum illegalen Download nicht duldbar

Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie e. V. hat die Entscheidung des Presserates begrüßt: „Die ‚Öffentliche Rüge‘ bringt klar zum Ausdruck, dass es nicht geduldet wird, wenn einige schwarze Schafe letztlich auf Kosten der Kultur- und Kreativwirtschaft versuchen, ihre Auflage zu steigern, indem sie Anleitungen zum illegalen Downloaden geben. Vor allem in der Special Interest-Presse fallen häufig Redaktionen auf, die in trüben Gewässern fischen und illegale Anbieter sowie solche, die ihr Geschäft in rechtlichen Graubereichen machen und weder Künstler noch andere Rechteinhaber an den Einnahmen beteiligen, in den Fokus rücken.“ Zudem habe das PC Magazin beim Ranking der Webseiten das Prädikat „Testsieger“ vergeben. „Das ist unverantwortlich und nicht weit davon entfernt, einen geschickten Autohehler zum besten Autohändler des Jahres zu küren“, so Drücke laut in der Pressemeldung des Bundesverbands Musikindustrie.

Gerade die Presse habe beim Kampf gegen illegale Downloads die Verantwortung, Grenzen der Legalität im Internet aufzuzeigen. „Es ist vollkommen inakzeptabel, dass einige Redaktionen gezielt Tipps zum illegalen Downloaden geben und damit die Aufklärungsarbeit der Medien sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft bewusst untergraben.“ Man hoffe, dass die Öffentliche Rüge eine Signalwirkung für die Presselandschaft habe, so die Meldung weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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